Stand: 15.07.2026. comdirect ist nicht nur ein Girokonto mit Karte, sondern verbindet Zahlungsverkehr, Bargeldservices und Wertpapierhandel in einem digitalen System. Die Direktbank startete 1994 und wird seit der Verschmelzung im Jahr 2020 als Marke der Commerzbank AG geführt. Im deutschen Google Play Store liegt die comdirect-App derzeit bei rund 4,5 von 5 Punkten aus etwa 58.700 Bewertungen und mehr als einer Million Downloads; im deutschen App Store sind es rund 4,6 von 5 Punkten aus gut 131.000 Bewertungen. Das zeigt eine breite reale Nutzung, sagt aber noch nichts darüber aus, ob Kontogebühr, Auslandseinsatz und Orderentgelt zu Ihrem Alltag passen.
Kurzurteil: comdirect ist interessant, wenn Girokonto und Depot bei einer etablierten deutschen Onlinebank zusammenlaufen sollen, die Bedingungen für die kostenlose Kontoführung zuverlässig erfüllt werden und ein umfangreicher Broker wichtiger ist als der niedrigste Einzelpreis. Wer ein bedingungslos kostenloses Zweitkonto, sehr häufige Bargeldnutzung oder möglichst billige kleine ETF-Sparraten sucht, sollte weitervergleichen.
Zuerst trennen: Girokonto, Kartennutzung oder Broker
Auf der Startseite stehen Girokonto, Karten, Tagesgeld und Depot dicht nebeneinander. Für die Entscheidung hilft eine einfache Reihenfolge: Soll das Konto regelmäßig Gehalt und Lastschriften abwickeln? Wird eine girocard benötigt? Fallen häufig Zahlungen in Fremdwährung an? Oder ist eigentlich die Handelsoberfläche der Grund für den Wechsel? Je nach Hauptzweck kann dasselbe Kontomodell sehr günstig oder unnötig teuer sein.
Wer Bankgeschäfte und Anlagen bündeln möchte, beginnt mit der deutschen Girokonto-Seite von comdirect. Wer vor allem Wertpapiere handeln will, sollte zuerst die langfristigen Kosten auf der deutschen comdirect-Depotseite prüfen. Eine zeitlich begrenzte Prämie ist kein Grund, automatisch beide Produkte zu eröffnen.
Beim Girokonto Aktiv mit der sichersten Gebührenannahme rechnen
Das Girokonto Aktiv ist in den ersten sechs Monaten kostenlos. Danach nennt die aktuelle Produktseite als klarste Wege für 0 Euro Kontoführung einen monatlichen Geldeingang von mindestens 700 Euro oder den Status unter 28 Jahren während Schule, Studium, Ausbildung oder Praktikum. Ohne erfüllte Bedingung kostet das Konto 4,90 Euro pro Monat. Als Gehaltskonto ist das häufig leicht planbar; als selten genutztes Reservekonto kann die Gebühr ab dem siebten Monat überraschen.
Die comdirect-FAQ zu den Bedingungen des Girokontos nennt zusätzlich aktive Nutzung über Mobile Payment oder einen Trade beziehungsweise eine Sparplanausführung. Wer genau auf einen dieser Wege setzt, sollte die im Eröffnungsprozess gültige Fassung und das aktuelle Preis- und Leistungsverzeichnis kontrollieren. Für eine vorsichtige Kalkulation sind 700 Euro Geldeingang oder der eindeutig passende U28-Status die robustere Grundlage.
Bei den Karten entscheiden Fremdwährung und Bargeld
Die Visa-Debitkarte gehört zu allen drei Girokontomodellen. Zahlungen im Euroraum sind kostenfrei; außerhalb des Euroraums fallen bei einer Zahlung in anderer Währung aktuell 1,75 Prozent des Umsatzes an. Die girocard ist nicht automatisch kostenlos, sondern kostet optional 1 Euro pro Monat. Ihr Nutzen liegt vor allem in der deutschen Cash-Group-Abdeckung, teilnehmenden Einzelhändlern und Situationen, in denen eine girocard praktischer ist als Visa.
Die Visa-Kreditkarte ist in Girokonto Extra und Plus enthalten und kann beim Aktiv-Modell für 1,90 Euro pro Monat ergänzt werden. Laut offiziellem comdirect-Kartenvergleich sind damit Kartenzahlungen auch in Fremdwährung ohne Auslandseinsatzentgelt möglich. Bargeldabhebungen mit der Kreditkarte kosten jedoch grundsätzlich 4,90 Euro je Vorgang. Für Reisen sollte deshalb nicht nur das Kartenlogo zählen, sondern die Summe aus Jahresgebühr, Fremdwährungsumsatz und tatsächlich genutzten Zusatzleistungen.
Bei regelmäßiger Bargeldnutzung zuerst die Anzahl zählen
Mit der Visa-Debitkarte sind beim Aktiv-Modell drei Abhebungen pro Monat kostenlos, beim Extra-Modell fünf und beim Plus-Modell unbegrenzt viele. Danach berechnet comdirect jeweils 4,90 Euro. Auch eine Auszahlung über den Barzahlen-Service in teilnehmenden Geschäften wird auf dieses Kontingent angerechnet. Zusätzlich kann der Betreiber eines Geldautomaten ein eigenes, vor der Auszahlung angezeigtes Entgelt verlangen.
Auch Einzahlungen sind nur begrenzt kostenlos: Aktuell sind drei Vorgänge pro Kalenderjahr frei, jeder weitere kostet 4,90 Euro. Wer regelmäßig Bargeld aus Nebentätigkeit, Verkauf oder Gastronomie einzahlt, sollte die offizielle comdirect-FAQ zur Bargeldversorgung sowie erreichbare Commerzbank- und Barzahlen-Stellen prüfen. Sonst kann ein vermeintlich günstiges Onlinekonto im Alltag schnell teuer werden.
Die App ist der Alltag, photoTAN wird beim Gerätewechsel wichtig
In der comdirect-App lassen sich Girokonto, Tagesgeld, Karten und Depot überblicken, Überweisungen und Orders ausführen, die Postbox öffnen und Kartenfunktionen steuern. Nach der comdirect-Anleitung zu den Karteneinstellungen können kontaktloses Bezahlen, Onlinezahlungen, Auslandseinsatz und Bargeldabhebung einzeln ein- oder ausgeschaltet werden. Die vielen Bewertungen im deutschen Google Play Store und im deutschen Apple App Store sind ein gutes Nutzungssignal, ersetzen aber keine Prüfung der eigenen Gerätekompatibilität.
Neukundinnen und Neukunden benötigen für die erste photoTAN-Aktivierung typischerweise das Smartphone und ein zweites Gerät für den Login. Vor einem Handywechsel sollte geklärt sein, ob die digitale Aktivierungsgrafik bereits verfügbar ist oder ein Aktivierungsbrief nötig wird. Die comdirect-FAQ zur photoTAN-Aktivierung für Neukunden empfiehlt außerdem, mobileTAN als zusätzliche Möglichkeit zu aktivieren. Das sollte erledigt sein, bevor das alte Gerät gelöscht oder die Mobilfunknummer gewechselt wird.
Das Depot bietet viele Werkzeuge, die Kosten zeigen sich nach drei Jahren
Das comdirect Depot ist ein klassischer Vollsortimenter mit mehreren deutschen und ausländischen Handelsplätzen, Realtime-Informationen, verschiedenen Orderarten sowie mobilen und stationären Oberflächen. Die Depotführung kostet in den ersten drei Jahren 0 Euro. Danach bleibt sie kostenlos, wenn pro Quartal mindestens zwei Trades stattfinden, ein comdirect Girokonto besteht oder mindestens eine Sparplanausführung pro Quartal erfolgt. Ohne eine dieser Aktivitäten werden 1,95 Euro pro Monat berechnet.
Wichtiger ist häufig das Orderentgelt. In der aktuellen Neukundenphase beginnen normale Orders bei 3,90 Euro, hinzu kommen je nach Ausführung Handelsplatz- und Fremdkosten. Nach 36 Monaten gilt für eine normale Inlandsorder 4,90 Euro plus 0,25 Prozent des Ordervolumens, mindestens 9,90 Euro und höchstens 59,90 Euro, ebenfalls zuzüglich möglicher weiterer Entgelte. Reguläre Sparplanausführungen für Aktien, ETFs und Zertifikate kosten 1,5 Prozent der Rate; aktuelle Specials können davon abweichen. Maßgeblich sind die offiziellen Konditionen für den comdirect-Wertpapierhandel.
Diese Preisstruktur kann für Menschen passen, die viele Märkte, Ordermöglichkeiten und eine gemeinsame Bank-Broker-Oberfläche schätzen. Für sehr kleine, passive Sparraten mit wenigen ETFs ist sie nicht automatisch günstig. Das ist eine Kosten- und Nutzungsabwägung der Plattform, keine Empfehlung für ein bestimmtes Wertpapier.
Eine Eröffnungsprämie ist nur ein Bonus, kein Kostenersatz
comdirect bietet zeitweise Aktionen für Girokonto oder Depot. Eine Prämie wird einmal gutgeschrieben, Kontogebühren, Kartenentgelte und Orderkosten können dagegen jahrelang anfallen. Rechnen Sie deshalb getrennt: im ersten Jahr Aktionsbedingungen und Kontoführung, im zweiten Jahr das reale Karten- und Bargeldverhalten, ab dem dritten Jahr zusätzlich die reguläre Depotkalkulation. Aktuelle Angebote stehen gesammelt auf der comdirect-Angebotsseite bei EuroSnip; Teilnahme, Frist und Auszahlung richten sich immer nach dem endgültigen comdirect-Antrag.
Für wen comdirect passt und wer besser weitervergleicht
Eher passend:
- Für Menschen, die Gehaltskonto, Karten und Wertpapierdepot bei einer deutschen Onlinebank bündeln und sich in eine App mit photoTAN einarbeiten möchten.
- Für Nutzerinnen und Nutzer, die die kostenlose Kontoführung verlässlich erreichen und nur wenige Bargeldvorgänge pro Monat haben.
- Für Anlegerinnen und Anleger, denen Handelsplätze, Orderarten sowie Desktop- und Mobilwerkzeuge wichtiger sind als der niedrigste mögliche Preis.
Eher unpassend:
- Für ein selten genutztes Zweitkonto ohne planbaren Geldeingang oder andere eindeutig bestätigte Aktivitätsbedingung.
- Für häufige Abhebungen und Einzahlungen oder viele Visa-Debit-Zahlungen in Fremdwährung, wenn Gebührenkontingente nicht aktiv beobachtet werden sollen.
- Für kleine passive Sparraten, wenn kaum Brokerfunktionen benötigt werden und minimale laufende Kosten an erster Stelle stehen.
Meine Empfehlung: Vor der Eröffnung vier Zahlen notieren
Notieren Sie die Kontogebühr ab dem siebten Monat, die jährlichen Zusatzkosten der gewünschten Karten, die Zahl Ihrer monatlichen Bargeldvorgänge und das typische Orderentgelt nach 36 Monaten. Passt schon eine dieser Zahlen nicht zum Alltag, sollte die Eröffnungsprämie das Urteil nicht verändern. Wer das Gehaltskonto umzieht, kann mit dem offiziellen Kontowechselservice von comdirect Zahlungspartner informieren und das alte Konto für eine Übergangszeit parallel führen.
Auch der Ausstieg gehört zur Entscheidung: Ein Konto muss vor der Löschung ausgeglichen und ein Depot leer sein; Bruchstücke aus Sparplänen lassen sich häufig nicht wie ganze Stücke zu einer anderen Bank übertragen. Die comdirect-FAQ zur Kündigung von Konto und Depot erklärt den Onlineweg. Wer diesen Rückweg vor der Eröffnung versteht, hat die Plattform realistisch bewertet. Weitere Angebote und Hinweise finden Sie auf der comdirect-Shopseite bei EuroSnip.



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