Stand: 11. Juli 2026
Die Deutsche Bank lebt nicht nur von ihrem bekannten Namen. Sie wurde 1870 gegründet und ist laut Konzernangaben in 56 Ländern vertreten. Für Privatkundinnen und Privatkunden in Deutschland ist jedoch etwas anderes entscheidend: App, Telefonservice, Bargeldversorgung und Filiale kommen aus einer Hand. Als öffentliches Nutzungssignal zeigte der deutsche Apple App Store bei der Prüfung 4,7 von 5 Sternen aus rund 403.919 Bewertungen; entwickelt wird die App von der Deutsche Bank AG. Die Bewertung spricht für eine breite Nutzung, beantwortet aber nicht, ob sich die Kontogebühr für den eigenen Alltag rechnet.
Kurzurteil: Wer Bargeld- und Beratungswege einer klassischen Bank wirklich nutzt, sollte zuerst das AktivKonto für 6,90 Euro im Monat prüfen. Wer die Bedingungen für Das Junge Konto erfüllt, bekommt die deutlich interessantere Variante ohne monatlichen Grundpreis. Das BestKonto für 13,90 Euro lohnt sich nur, wenn die zusätzlichen Karten- und Reiseleistungen tatsächlich genutzt werden; allein für eine längere Leistungsliste sollte niemand 84 Euro mehr pro Jahr zahlen.

Zuerst die Jahreskosten rechnen
Die wichtigsten Kontomodelle lassen sich schnell einordnen. Laut offiziellem Girokonto-Vergleich der Deutschen Bank kostet das AktivKonto 6,90 Euro monatlich, also 82,80 Euro im Jahr. Beim BestKonto sind es 13,90 Euro monatlich beziehungsweise 166,80 Euro im Jahr. Beide Varianten enthalten eine Deutsche Bank Card, Online-Banking, die App und definierte Bargeldleistungen. Die entscheidende Frage lautet deshalb: Bringen die zusätzlichen Leistungen des BestKontos im eigenen Alltag mindestens 84 Euro pro Jahr?
Zum BestKonto gehören unter anderem bis zu zwei Deutsche Bank Cards, ein Reise-Buchungsservice, eine Mastercard Gold und damit verbundene Reiseleistungen. Das kann passen, wenn diese Bausteine ohnehin benötigt werden. Wer bereits eine andere Kreditkarte oder Reiseabsicherung besitzt und nur selten über den Buchungsservice reserviert, sollte jeden Baustein einzeln prüfen. Dispozinsen, beleghafte Überweisungen und Fremdwährungsentgelte stehen außerdem separat im aktuellen Preis- und Leistungsverzeichnis.
Für junge Kundinnen und Kunden ist Das Junge Konto meist der bessere Start. Es ist für Schülerinnen und Schüler, Auszubildende, Studierende sowie Teilnehmende am Bundesfreiwilligendienst bis einschließlich 30 Jahre ohne monatlichen Grundpreis vorgesehen, sofern die offiziellen Voraussetzungen erfüllt sind. Minderjährige benötigen die Zustimmung der Erziehungsberechtigten und zusätzliche Nachweise. Wer lediglich grundlegende Zahlungsfunktionen auf Guthabenbasis benötigt, sollte außerdem das Basiskonto ansehen, statt automatisch ein teureres Paket zu wählen.

Der Mehrwert liegt im richtigen Serviceweg
Wer eine monatliche Gebühr zahlt, sollte die vorhandenen Wege bewusst nutzen. Mit einer geeigneten Deutsche Bank Card sind Bargeldabhebungen an Automaten der Deutschen Bank und der Cash Group in Deutschland kostenlos; die Bank nennt dafür rund 7.000 Geldautomaten. Hinzu kommt ein Kooperationsnetz in mehr als 30 Ländern. Kostenlose Automatenabhebung und kostenlose Währungsumrechnung sind jedoch nicht dasselbe. Bei Auszahlungen außerhalb des Euroraums muss weiterhin das aktuelle Umrechnungsentgelt geprüft werden.
Über den Bargeld-Code in der App sind zudem bestimmte Ein- und Auszahlungen bei teilnehmenden Einzelhandelsstellen möglich. Standort, Betrag, Gültigkeit und eventuelle Bedingungen sollten unmittelbar vor der Nutzung in der App kontrolliert werden. Für einen Bankwechsel ist der digitale Kontowechselservice praktischer als eine selbst geführte Liste: Er hilft, Arbeitgeber, Versicherungen, Mobilfunkanbieter und andere Zahlungspartner zu informieren. Trotzdem sollte das alte Konto erst geschlossen werden, wenn Gehalt, Miete, Versicherungen, Steuern und Abonnements tatsächlich umgestellt sind.

Die App ist praktisch, der Gerätewechsel braucht Vorbereitung
Die Deutsche Bank App bündelt Finanzübersicht, Überweisungen, digitales Postfach, Karten und das Sicherheitsverfahren BestSign. Damit lassen sich viele Vorgänge ohne Filialbesuch erledigen. Der häufig übersehene Punkt ist der Smartphonewechsel: Seit dem 25. August 2025 werden neue Sicherheitsverfahren nur noch als BestSign eingerichtet. Ein bereits aktives photoTAN-Verfahren darf weiterlaufen, lässt sich auf einem neuen Gerät aber nicht erneut als neues photoTAN-Verfahren aktivieren.
Vor dem Wechsel sollten das alte Smartphone, die hinterlegte Anschrift und die Kontaktwege geprüft werden. BestSign lässt sich über App oder Online-Banking einrichten; ohne das alte Gerät kann ein Aktivierungscode per Post nötig werden. Die offizielle Übersicht der Sicherheitsverfahren führt BestSign und bereits vorhandenes photoTAN weiterhin auf, für Neukundinnen, Neukunden und neue Geräte ist BestSign jedoch der relevante Startpunkt.

Eröffnung, Umzug und Schließung in der richtigen Reihenfolge
Für die Kontoeröffnung stehen Video-Legitimation, PostIdent in einer Filiale der Deutschen Post und die Legitimation in einer Deutsche Bank Filiale zur Verfügung. Vorher sollten ein gültiges Ausweisdokument und – beim Jungen Konto – die erforderlichen Ausbildungs- oder Schulnachweise bereitliegen. Minderjährige müssen den vorgesehenen Weg mit ihren Erziehungsberechtigten nutzen.
Nach der Eröffnung ist ein kurzer Test sinnvoll: App anmelden, BestSign aktivieren und eine kleine Überweisung ausführen. Danach folgt der Kontowechsel, während das alte Konto noch einen vollständigen Gehalts- und Lastschriftzyklus beobachtet wird. Die Schließung ist laut Bank im Online-Banking unter Services > Konto, in der App unter Services > Konto oder per unterschriebenem Formular möglich. Bei einem Gemeinschaftskonto müssen beim Postweg alle Kontoinhaber unterschreiben. Für Beschwerden stehen der 24/7-Service, eine Filiale und der Postweg zur Verfügung; Belege, Datum und Gesprächsnotizen sollten aufbewahrt werden.
Für wen passt die Deutsche Bank – und für wen eher nicht?
Die Deutsche Bank passt zu Menschen, die das klassische Banknetz wirklich nutzen: Cash Group, telefonische Hilfe, Filiale und ein gebündelter Zugang zu Konto, Karte und Bargeld. Besonders attraktiv ist Das Junge Konto, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, weil der monatliche Grundpreis entfällt, ohne dass auf viele Wege einer klassischen Bank verzichtet werden muss.
Wer vollständig digital arbeitet und nur möglichst geringe Fixkosten sucht, dürfte 6,90 Euro im Monat schwerer rechtfertigen. Das BestKonto ist ebenfalls keine automatische Aufwertung, wenn Reise- und Kartenleistungen ungenutzt bleiben. Dispo, Kreditkarte, Versicherung und Anlageprodukte sind eigenständige Entscheidungen; ein passendes Girokonto ist kein Beleg dafür, dass auch jedes weitere Finanzprodukt derselben Bank passt.
Mein Vorschlag für die Auswahl
Notieren Sie drei Zahlen beziehungsweise Wege: jährlicher Grundpreis, tatsächlich genutzte Serviceleistungen und die üblichen Bargeldorte. Sind Filiale, Cash Group und telefonischer Service 82,80 Euro pro Jahr wert, ist das AktivKonto ein nachvollziehbarer Kandidat. Beim BestKonto sollte jede Zusatzleistung erklären, warum 166,80 Euro Jahreskosten sinnvoll sind. Wer die Bedingungen des Jungen Kontos erfüllt, beginnt sinnvollerweise dort.
Nach der Eröffnung zuerst BestSign und eine Testüberweisung erledigen, anschließend Zahlungspartner umziehen und erst danach das alte Konto schließen. Zum Schluss die Angaben der Bank zur Einlagensicherung, das aktuelle Preisverzeichnis und die eigenen Vertragsunterlagen prüfen. Ein Girokonto ist vor allem ein dauerhaft genutzter Ablauf – nicht die Summe möglichst vieler Extras.




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