Stand der Prüfung: 2. August 2026.
Kraken ist seit 2011 als Plattform für den Handel mit Krypto-Assets aktiv. Für Kundinnen und Kunden in Deutschland besteht das Angebot inzwischen aus mehreren klar zu trennenden Ebenen: Kraken App und Web richten sich an einfache Käufe, Verkäufe und Sparpläne, Kraken Pro an den Handel über Orderbuch und die Krak- beziehungsweise Kraken-Card-Funktionen an das Senden und Ausgeben von Geld oder Krypto. Die einschlägigen Gesellschaften arbeiten für deutsche EWR-Kunden im MiCA-Rahmen. Im deutschen Apple App Store steht die Kraken App aktuell bei 4,5 von 5 Sternen aus 3.050 Bewertungen. Das ist ein brauchbares Nutzungssignal, aber weder ein Schutz vor Kursverlusten noch ein Ersatz für die eigene Kosten- und Transferprüfung.
Kurzurteil: Kraken ist einen Blick wert, wenn das Risiko von Krypto-Assets verstanden wird, Euro-Einzahlungen bevorzugt per SEPA erfolgen und Kontosicherheit ernst genommen wird. Vor der Wahl eines Assets stehen drei andere Entscheidungen: App oder Pro, tatsächliche Gesamtkosten einer Transaktion und der Weg für Ein- und Auszahlung. Wer Kapitalgarantie, Einlagensicherung oder eine rückholbare Fehlüberweisung erwartet, sollte Kraken nicht mit einem Sparkonto verwechseln.
Zuerst die Oberfläche wählen, nicht den Coin
Die verschiedenen Kraken-Zugänge lösen unterschiedliche Aufgaben. Kraken App und Web stellen Kaufen, Verkaufen, Konvertieren und wiederkehrende Käufe in den Vordergrund; vor dem Abschluss erscheint ein konkretes Angebot. Kraken Pro zeigt Orderbuch, Limit-Orders und Maker-/Taker-Modell. Für einen gelegentlichen Kauf mit möglichst wenigen Schritten ist die normale Oberfläche leichter. Wer häufiger handelt und Ordertypen sowie Ausführung versteht, kann Pro gegenrechnen.
Krak und die Kraken Card sind wiederum keine dritte Trading-Oberfläche, sondern eine zusätzliche Zahlungs- und Sendeschicht. Cashback-Satz und Berechtigung werden in der App angezeigt und können geändert werden. Ein variabler Kartenbonus sollte deshalb nie bestimmen, wie viel Geld auf der Plattform liegt. Der interne Bereich Kraken Angebote und Kartenaktionen bündelt aktuelle Aktionen; vor der Nutzung bleiben Abrechnungswährung, Umrechnungskosten und aktuelle Reward-Regeln zu prüfen.
Die Kosten einer kompletten Transaktion vergleichen
Eröffnung und Führung eines Kraken-Kontos sind kostenfrei. Kosten entstehen bei der Nutzung einzelner Dienste. Beim Sofortkauf können eine ausgewiesene Trading-Gebühr, eine Gebühr der gewählten Zahlungsmethode und ein bereits im Kurs enthaltener Spread zusammenkommen. Kraken Pro arbeitet dagegen mit Maker-/Taker-Gebühren, die sich nach dem Handelsvolumen der vergangenen 30 Tage und der Art der Ausführung richten. Ein einzelner Prozentsatz reicht für den Vergleich nicht: Für denselben Euro-Betrag zählt, wie viel Krypto nach dem Kauf ankommt beziehungsweise wie viele Euro nach Verkauf und Auszahlung übrig bleiben.
Die Kraken Gebührenübersicht trennt Sofortkauf, Pro, Funding und Auszahlung. Entscheidend ist der Hinweis, dass der Spread von Asset, Betrag, Zahlungsmethode und Marktbedingungen abhängen kann. Bei einem kleinen Kauf kann die einfachere Bedienung den Aufpreis wert sein. Mit wachsendem Betrag sollte wenigstens eine Orderbuch-Ausführung auf Pro samt späteren Auszahlungskosten gegengerechnet werden.

Kraken+ kostet derzeit 4,99 Euro im Monat oder 49,99 Euro im Jahr. Es deckt innerhalb des monatlichen Limits bestimmte Trading-Gebühren für Kaufen, Verkaufen, Konvertieren und wiederkehrende Käufe in Kraken App und Web ab. Spread und Kartenbearbeitung bleiben bestehen; Pro, Futures, API und OTC sind nicht eingeschlossen. Die offizielle Kraken+ FAQ lohnt sich nur als Rechenbasis, wenn diese normalen App/Web-Transaktionen ohnehin stattfinden und die ersparte qualifizierte Gebühr den Abopreis klar übersteigt. Für den Abo-Vorteil häufiger zu handeln, kehrt die Sparlogik um.
Euro aus Deutschland zuerst per SEPA testen
Für Euro-Einzahlungen aus Deutschland ist SEPA meist der übersichtlichste Ausgangspunkt. Kraken führt derzeit mehrere SEPA- und SEPA-Echtzeitwege ab 1 Euro mit null Euro plattformseitiger Einzahlungsgebühr auf; die Bearbeitung reicht je nach angezeigtem Weg von sofort bis zu drei Werktagen. Empfängerdaten und Referenz sollten aus dem Kraken-Konto kopiert werden. Der Name des sendenden Kontos muss zur verifizierten Kraken-Identität passen. Drittanbieter- oder Fremdkonten können Herkunftsnachweise und Verzögerungen auslösen.
PayPal, Zahlungskarte oder digitale Wallet wirken schneller, können aber Bearbeitungsgebühren und eine Auszahlungssperre von bis zu 72 Stunden auslösen. Die aktuelle Kraken Tabelle für Euro-Einzahlungen trennt SEPA, PayPal, Karten und SWIFT. „Sofort eingezahlt“ bedeutet nicht automatisch „sofort auszahlbar“. Wer Krypto zeitnah an eine eigene Wallet senden möchte, prüft daher zuerst den Hold der Zahlungsmethode und nicht nur die Geschwindigkeit des Kaufknopfs.
Auch die Verifizierung gehört vor die erste Einzahlung. Name, Geburtsdatum, deutsche Adresse, Beruf, gültiges Ausweisdokument und gegebenenfalls ein höchstens drei Monate alter Adressnachweis müssen zusammenpassen. Kraken weist derzeit auf mögliche Verzögerungen bei neuen Konten hin. Mehrfaches Einreichen beschleunigt die Prüfung nicht zwingend; besser sind lesbare, vollständige Dokumente, bevor Geld unterwegs ist.
Vor einem Krypto-Transfer einen kleinen Test senden
Eine fehlende Bankreferenz führt oft zu Verzögerung, ein falsches Blockchain-Netzwerk kann dagegen verhindern, dass eine Einzahlung gutgeschrieben wird. Assets wie ETH, USDT oder USDC können über mehrere Netze verfügbar sein. Derselbe Asset-Name auf zwei Plattformen beweist keine Netzkompatibilität. Zuerst in Kraken Asset und unterstütztes Netzwerk wählen, dann die Adresse kopieren. Bei XRP, XLM, STX oder EOS kann zusätzlich ein Tag oder Memo erforderlich sein. Lange Adressen nicht von Hand eintippen und nie das Standardnetz einer anderen Plattform ungeprüft übernehmen.
Bei einem neuen Netzwerk ist ein kleiner Betrag innerhalb der Mindestgrenze sinnvoll. Erst nach bestätigtem Eingang folgt der Rest; beide Netzwerkgebühren gehören in die Kostenentscheidung. Sofortkäufe lassen sich nach dem Start nicht widerrufen, und eine gesendete On-Chain-Transaktion ist keine normale Online-Retoure. Diese Unumkehrbarkeit ist wichtiger als die letzte Nachkommastelle einer Handelsgebühr. Wenn Guthaben sichtbar, aber nicht auszahlbar ist, sind außerdem offene Orders, Margin-Positionen oder ein Hold der Zahlungsmethode zu prüfen.
Sicherheit vor der ersten Einzahlung einrichten
Kraken nennt Passkeys beziehungsweise 2FA, Bestätigungen für neue Auszahlungsadressen, Global Settings Lock (GSL), Proof of Reserves sowie ISO/IEC 27001:2022 und SOC 2 Type 1 als Bestandteile seines Sicherheitsansatzes. Die Plattformseite ist aber nur die Hälfte. Nach der Registrierung gehören Sign-in-2FA oder Passkey an den Anfang. Vor dem GSL sollte ein separater Master Key eingerichtet werden; erst wenn Identität, Adresse und geplante Auszahlungsadressen stimmen, werden die Einstellungen gesperrt. Funding- oder Trading-2FA ist zusammen mit Step-up-2FA beziehungsweise GSL deutlich sinnvoller.

GSL ist kein beliebig schnelles Ein-Aus-Menü. Ohne Master Key kann die Entsperrung mindestens 24 Stunden und je nach Einstellung bis zu 30 Tage dauern. Genau diese Verzögerung schützt vor einem stillen Kontoumbau, betrifft im Ernstfall aber auch den eigenen Änderungswunsch. Für Reisen oder längere Pausen ist das nützlich. Wer Adresse, Verifizierungsdaten oder Wallets ändern will, sollte den Ablauf vorher planen. Die deutsche Kraken Sicherheitsseite führt durch die verfügbaren Bausteine.
Für wen Kraken passt und wer besser verzichtet
Eher passend: für Personen, die starke Kursschwankungen von Krypto-Assets akzeptieren, ein eigenes deutsches Konto für SEPA nutzen, vor jeder Transaktion den Endbetrag prüfen und 2FA, Netzwerke sowie Auszahlungsadressen sauber verwalten. Die normale App passt zum seltenen, schrittweisen Kauf. Pro ist erst dann sinnvoll, wenn Orderbuch, Limit-Order und Maker/Taker-Ausführung verstanden werden.
Eher nicht passend: bei Erwartung von Kapitalgarantie, gesetzlicher Einlagensicherung, festem Ertrag oder rückholbaren Fehltransfers. Auch ein Cashback-, Willkommens- oder „gebührenfrei“-Versprechen ist kein guter Grund für mehr Trades. EU-Zulassung und lange Betriebsgeschichte sind wichtige Identitätssignale, übernehmen aber weder Kurs-, Produkt-, Steuer- noch persönliches Eignungsrisiko.
Meine Reihenfolge für die Kontoeröffnung
- Auf der Kraken Deutschland-Seite verfügbare Produkte und aktuelle EWR-Bedingungen prüfen; nur benötigte Funktionen aktivieren.
- Identität und Adresse verifizieren, danach sofort Sign-in-Passkey/2FA, Master Key und GSL einrichten.
- Mit einem kleinen SEPA-Betrag testen; Kartengeschwindigkeit nicht mit kostenloser oder sofort auszahlbarer Finanzierung verwechseln.
- Für denselben Betrag das Endangebot der normalen Oberfläche mit Ausführung und Kostenlogik von Pro vergleichen.
- Beim externen Transfer Asset, Netzwerk, Adresse und Tag/Memo prüfen und zuerst klein testen; Rewards, Abo und Aktionen zuletzt rechnen.
Wenn diese fünf Schritte zu aufwendig wirken, sollte noch kein Geld eingezahlt werden. Kraken bietet mehrere Bedien- und Kostenebenen für Menschen, die ihre Regeln verstehen. Als vermeintliche Ein-Klick-Spar-App genutzt, entstehen die teureren Fehler eher bei Spread, Zahlungsabwicklung, Auszahlungssperre oder falschem Netzwerk.
Hinweis: Diese Informationen erklären Plattformnutzung und Kostenprüfung. Sie sind keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Krypto-Assets können stark schwanken; einzelne Produkte und Märkte fallen möglicherweise nicht unter Einlagensicherung oder vergleichbare Schutzsysteme. Maßgeblich sind das Endangebot im Konto, die Verfügbarkeit in Deutschland und die aktuellen offiziellen Bedingungen.




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