Stand der Angaben: 19. Juli 2026
PŸUR ist die Privatkundenmarke der Tele Columbus AG und kein kleiner Tarifvermittler mit nur einem Lockangebot. Der Konzern nennt rund drei Millionen angeschlossene Haushalte; unter PŸUR werden Internet, Telefonie und Fernsehen angeboten, seit 2017 unter dem heutigen Markennamen. Auf der aktuellen Internetseite sind außerdem Auszeichnungen aus dem connect-Komplettcheck 2026 für Budgetnutzer und dem CHIP-Festnetztest 2026 für Preis-Leistung zu sehen. Diese Signale machen den Anbieter prüfenswert. Ob der Anschluss am Ende passt, hängt jedoch stärker von Kabel, Glasfaser oder DSL am konkreten Gebäude ab als vom Markenurteil.
Kurzurteil: PŸUR gehört auf die Auswahlliste, wenn am eigenen Standort das Kabel- oder Glasfasernetz verfügbar ist und besonders 250 oder 500 Mbit/s preislich passen. Vor der Bestellung zählen aber Adressverfügbarkeit, Grundkosten über 24 Monate, Upload, Router und Bereitstellungstermin mehr als die höchste Zahl im Tarifnamen.
Erst die Adresse prüfen, nicht sofort 1.000 Mbit/s wählen
Der erste Schritt führt zur PŸUR Seite für Internet zu Hause. Nach Eingabe von Postleitzahl, Straße und Hausnummer zeigt PŸUR, welche Technik, Geschwindigkeit und Konditionen verfügbar sind. Selbst innerhalb einer Stadt können benachbarte Gebäude unterschiedliche Ergebnisse liefern. Ohne diesen Check ist ein Preisvergleich nur theoretisch.
Am Stichtag werden 50 / 250 / 500 / 1.000 Mbit/s für monatlich 19 / 23 / 29 / 39 Euro angezeigt. Alle vier Stufen haben eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten und ein einmaliges Anschlussentgelt von 19,99 Euro. Daraus ergeben sich folgende Grundkosten; Router-Upgrades, Fernsehen, Telefonie und weitere Optionen sind noch nicht enthalten.
| Geschwindigkeit | Monatspreis | Grundkosten für 24 Monate | Zuerst ansehen bei |
|---|---|---|---|
| 50 Mbit/s | 19 Euro | 475,99 Euro | ein bis zwei Personen, Surfen und einzelnes Streaming |
| 250 Mbit/s | 23 Euro | 571,99 Euro | drei bis vier Personen und mehrere Geräte |
| 500 Mbit/s | 29 Euro | 715,99 Euro | häufigem Homeoffice und parallelem HD-Streaming |
| 1.000 Mbit/s | 39 Euro | 955,99 Euro | großen Haushalten, intensiven Downloads und Gaming |
Für viele Haushalte liegt die eigentliche Entscheidung zwischen 250 und 500 Mbit/s. Im Produktinformationsblatt für Pure Speed 250 stehen beim Download maximal 250, normalerweise 225 und minimal 125 Mbit/s. Beim Upload sind es 25 / 21,25 / 10 Mbit/s. Der Tarifname nennt also nur den maximalen Download. Wer große Dateien hochlädt, Cloud-Backups nutzt oder mehrere Videokonferenzen gleichzeitig hat, sollte den Upload ausdrücklich mitprüfen.
Den Router nicht erst auf der letzten Bestellseite auswählen

Nach der PŸUR WLAN-Anleitung ist eine WLAN-Kabelbox in den aktuell buchbaren Internettarifen enthalten; das konkrete Modell richtet sich nach Anschluss und Bestellung. Wer Wi-Fi 6, DECT-Telefonie, mehr Netzwerkanschlüsse oder umfassendere Heimnetzfunktionen benötigt, kann auf der PŸUR Routerseite FRITZ!Box-Optionen vergleichen. Als Preisbeispiel nennt die Internet-FAQ 4,99 Euro monatlich für eine FRITZ!Box 7530 AX. Maßgeblich bleibt die Auswahl im eigenen Warenkorb.
Eine vorhandene FRITZ!Box funktioniert nicht automatisch an jedem Anschluss. Kabel, Glasfaser und DSL brauchen unterschiedliche Modelle und Konfigurationen. PŸUR veröffentlicht eine Liste kompatibler Router; bei Kabelmodellen werden sogar Artikelnummern genannt. Ein eigenes Gerät kann laufende Kosten sparen, verlagert aber einen Teil der Kompatibilitäts-, Aktivierungs- und Fehlerprüfung zum Kunden.
Für Bereitstellung und Anbieterwechsel Zeit einplanen
PŸUR nennt für eine übliche Bereitstellung zwei bis fünf Arbeitstage, weist aber auf mögliche Verzögerungen durch Hardwareversand oder einen Technikertermin hin. Nach der Bestellung zeigt die Seite zum PŸUR Vertragsstart den nächsten Ablauf. Muss ein Techniker kommen, braucht er eventuell Zugang zum zentralen Hausanschluss oder zur Wohnung. Mieter sollten deshalb Hausverwaltung oder Vermieter frühzeitig informieren und eine volljährige Person für den Termin einplanen.
Beim Wechsel kann der PŸUR Wechsel-Service die Kündigung des alten Anschlusses und eine Rufnummernmitnahme übernehmen. Das ersetzt nicht die eigene Kontrolle: Vertragsende, Name, Adresse und Angaben im Portierungsauftrag müssen zusammenpassen. Der bisherige Anschluss sollte nicht vorschnell selbst abgeschaltet werden, bevor der Übergang bestätigt ist.
Erste Rechnung, Umzug und Kündigung werden leicht unterschätzt

Die PŸUR Hilfe zu Rechnung und Zahlung erklärt, warum die erste Rechnung höher sein kann als der beworbene Monatspreis: Bei einem Start in der zweiten Monatshälfte kann sie mehr als einen Kalendermonat sowie Anschluss-, Versand- oder andere Einmalentgelte enthalten. Beim ersten Beleg sollten deshalb Abrechnungszeitraum, einmalige Kosten und Vorauszahlung für den Folgemonat einzeln geprüft werden.
Bei einem Umzug gehört zuerst ein neuer Verfügbarkeitscheck dazu; PŸUR bittet um die Meldung mindestens zwei Wochen im Voraus. Die ursprüngliche Mindestlaufzeit bleibt bei einem reinen Umzug grundsätzlich bestehen. Werden weitere Produkte gebucht, kann sich die Laufzeit ändern. Ist PŸUR am neuen Wohnort nicht verfügbar, werden für eine Sonderkündigung normalerweise Nachweise zur neuen Adresse benötigt.
Für eine reguläre Kündigung sind Mindestlaufzeit, spätester Kündigungstermin und nächste Verlängerung in MEIN PŸUR oder auf der Rechnung maßgeblich. Die PŸUR Kündigungsseite bietet Online-Formular, Telefon, E-Mail und Post. Nach dem Absenden sollte die Eingangsbestätigung gespeichert werden. Gemietete Hardware nicht auf Verdacht vorzeitig verschicken: Rücksendehinweise und kostenloses Label kommen mit der Kündigungsbestätigung, die Rückgabe ist zum Vertragsende vorgesehen. Das Kundenkonto und eine PŸUR E-Mail-Adresse werden 90 Tage nach Vertragsende deaktiviert, daher vorher Rechnungen und wichtige Nachrichten sichern.
Für wen PŸUR passt – und wer weiter vergleichen sollte
- Passt: Adressen mit PŸUR Kabel oder Glasfaser, an denen 250 oder 500 Mbit/s über die volle Laufzeit günstiger sind als der bestehende Anschluss, sowie Haushalte, die Vertrag und Störungen in MEIN PŸUR verwalten möchten.
- Passt: Mehrpersonenhaushalte und Homeoffice-Nutzer, die Upload, Router und parallele Geräte berücksichtigen und nicht nur den maximalen Download kaufen.
- Eher nicht: Wer bald umzieht, nur eine kurze Mindestlaufzeit akzeptiert oder die Technik an der neuen Adresse noch nicht kennt.
- Weiter vergleichen: Wer nur eine unpassende DSL-Geschwindigkeit erhält, eine teurere FRITZ!Box nicht eingerechnet hat oder beim Einzug keinen Spielraum für einen Technikertermin besitzt.
Meine Reihenfolge für die Bestellung
- Mit der vollständigen Adresse Technik, Download und Upload prüfen, statt die Abdeckung aus dem Stadtnamen abzuleiten.
- Nach tatsächlichen Geräten und gleichzeitiger Nutzung unnötige Geschwindigkeitsstufen streichen.
- 24 Monatsentgelte plus 19,99 Euro Anschluss und alle Router- oder Zusatzkosten als Mindestlaufzeit-Gesamtbetrag rechnen.
- Standardrouter, FRITZ!Box oder eigenes Gerät anhand von Technik, WLAN und Telefonie auswählen.
- Alten Vertrag, Rufnummernmitnahme, Hardwareversand und Technikertermin zeitlich aufeinander abstimmen und Bestätigungen speichern.
- Nach dem Start MEIN PŸUR aktivieren und Service-PIN, Rechnungen sowie Kündigungstermin sichern.
Mein Fazit: Wenn Kabel oder Glasfaser verfügbar ist, würde ich zuerst die Grundkosten von 571,99 Euro für 250 Mbit/s und 715,99 Euro für 500 Mbit/s über 24 Monate vergleichen. 1.000 Mbit/s lohnt sich eher, wenn mehrere Personen gleichzeitig große Downloads, 4K-Streaming, Gaming und Cloud-Arbeit betreiben. PŸUR überzeugt derzeit mit einer klaren Preisstaffel. Die Schwäche liegt darin, dass Technik und Bereitstellung stark vom Gebäude abhängen. Erst das Ergebnis für die eigene Adresse und der vollständige Warenkorb rechtfertigen einen Vertrag über 24 Monate.



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