Stand der Angaben: 20.07.2026
Waipu.tv ist nicht einfach eine weitere Mediathek wie Netflix, sondern ein deutscher Ersatz für Kabel- oder Satellitenfernsehen. Der Dienst der Münchner EXARING AG bündelt Live-TV, Restart, Cloud-Aufnahmen und mehrere Bildschirme in einem Konto. Aktuelle Unternehmensangaben sprechen von rund zwei Millionen Abonnenten; im deutschen Google Play Store steht die App derzeit bei 4,3 Sternen aus 52.800 Bewertungen. Das ist ein solides Nutzungssignal, garantiert aber noch keine reibungslose Wiedergabe auf jedem Fernseher und in jedem WLAN.
Kurzurteil: Mit stabilem Breitband, echtem Bedarf an Aufnahmen, mehreren Streams oder vorübergehender EU-Nutzung ist Waipu.tv eine überzeugende Alternative zum Kabelanschluss. Die günstigste Überschrift ist jedoch nicht automatisch das günstigste brauchbare Paket: Entscheidend sind Bildschirmzahl, Aufnahmebedarf und Nutzung außerhalb des Heimnetzes.

Erst die Bildschirme zählen, dann über mehr Sender nachdenken
Wer nur einen Fernseher nutzt und kaum etwas aufnimmt, schaut zuerst auf Start. Das aktuelle Jahrespaket kostet 4,99 Euro im Monat plus einmalig 4,99 Euro Versand und enthält einen gemieteten Waipu.tv Stick. Es läuft aber nur auf diesem Stick mit einem Stream, bietet keine Cloud-Aufnahme und lässt die mobile RTL-/Pro7-Option nicht zu. Damit ist es ein einfacher Weg für einen älteren Fernseher, aber kein flexibles TV-Konto für den ganzen Haushalt.
Für mehr Beweglichkeit ist Comfort der sinnvollere Einstieg: derzeit 7,49 Euro monatlich, für Neukunden einen Monat kostenlos, mit über 240 Sendern, 50 Aufnahmestunden und zwei gleichzeitigen Streams. Perfect Plus kostet nach dem kostenlosen Monat 14,99 Euro monatlich und bringt über 300 Sender, mehr als 70 Pay-TV-Kanäle, 150 Aufnahmestunden, vier Streams und mehr als 40.000 Abrufinhalte. Für zwei Personen mit gelegentlich getrenntem Programm reicht Comfort oft aus. Eine Familie mit mehreren gleichzeitig aktiven Geräten oder echtem Pay-TV-Interesse nutzt den Perfect-Plus-Aufpreis eher aus.
Die Senderzahl allein sollte keinen Wechsel auslösen. Auf der deutschen Waipu.tv-Paketseite zuerst nach den tatsächlich gesehenen Sendern suchen und anschließend ehrlich prüfen, wie oft aufgenommen wird und wie viele Bildschirme gleichzeitig laufen. Sind beide Werte niedrig, bleibt ein größeres Paket eine dauerhaft teure Reserve.
Zur Gesamtzahl gehören außerdem sogenannte New-TV-Kanäle und die dazugehörigen Mediatheken; das ist nicht bei jedem Eintrag ein klassischer Fernsehsender. Waipu.tv erklärt, dass sich manche dieser Inhalte über Werbung finanzieren. Wird die dafür vorgesehene Speicherung und Verarbeitung personenbezogener Daten nicht erlaubt, können einzelne New-TV-Sender und Mediatheken eingeschränkt sein. Wer personalisierte Werbung vermeiden oder keine entsprechende Einwilligung geben möchte, sollte deshalb die tatsächlich nutzbare Senderliste prüfen, bevor allein die große Paketzahl einen Aufpreis rechtfertigt.
Vor dem Kabelersatz müssen Internet und Fernseher passen
Waipu.tv liefert Fernsehen, aber keinen Internetanschluss. Der Anbieter empfiehlt mindestens 16 Mbit/s für HD und 6 Mbit/s für SD. Diese Werte berücksichtigen nicht automatisch Videokonferenzen, Spiele oder Downloads anderer Personen im Haushalt. Wird das WLAN abends ohnehin instabil, sollte der Probemonat zuerst per LAN, 5-GHz-WLAN oder in Router-Nähe getestet werden, bevor mehr Geld in das TV-Paket fließt.
Die Geräteauswahl ist groß, dennoch reicht das Etikett „Smart TV“ nicht. Unterstützt werden unter anderem viele Samsung-Modelle ab 2018, LG ab 2018, ausgewählte Hisense-/VIDAA-Geräte, Android TV und Roku TV sowie Fire TV, Apple TV, Chromecast, Waipu-Hardware, Browser, iOS und Android. Einzelne Modellreihen und ältere Betriebssysteme sind ausgenommen. Deshalb vor der Buchung die offizielle Kompatibilitätsliste von Waipu.tv mit Baujahr und Systemversion abgleichen. Läuft die App bereits direkt auf dem Fernseher oder Fire TV, braucht es nicht automatisch einen zusätzlichen Mietstick.

Sparen heißt hier vor allem, die richtige Bindung zu wählen
Der flexibelste Sparweg ist der kostenlose Monat für Comfort oder Perfect Plus. Damit lassen sich die eigenen Fernseher, das abendliche WLAN und die wichtigsten Sender testen. Ohne aktive Kündigung wird daraus allerdings ein kostenpflichtiges Monatspaket. Wer Perfect Plus sicher langfristig nutzen wird, kann außerdem das Vorteilspaket für 11,99 Euro monatlich mit 24 Monaten Mindestlaufzeit prüfen. Der niedrigere Preis kostet Flexibilität; nach den 24 Monaten läuft das Paket zum dann gültigen Preis monatlich kündbar weiter.
Für bestehende ADAC-Mitglieder gibt es aktuell einen stärkeren, aber engeren Weg. Die offizielle ADAC-Vorteilsseite für Waipu.tv gewährt für das Perfect-Plus-Jahrespaket zwölf Monate lang 50 Prozent Rabatt, online einlösbar bis 31. Oktober 2026. Danach wechselt es zum dann gültigen Monatspreis, aktuell 14,99 Euro. Der Gutschein ist nicht kombinierbar und ersetzt den kostenlosen Probemonat. Das passt zu Mitgliedern, die den Dienst bereits kennen und ein Jahr nutzen wollen, nicht zu Haushalten, die Geräte und WLAN noch nie getestet haben.
Bei Hardware-Bundles gehört auch die Rückgabe in die Rechnung. Der Stick in Start und in bestimmten Perfect-Plus-Kombinationen wird nur für die Vertragsdauer vermietet. Nach einer Kündigung muss er nach den geltenden Regeln zurückgesendet oder bei manchen Kombinationen zum Restwert übernommen werden. Monatspreis, Versand, Mindestlaufzeit und Geräteeigentum bilden zusammen die tatsächlichen Kosten.
150 Aufnahmestunden bedeuten nicht, dass jede Sendung dauerhaft bleibt
Aufnahmen sind einer der praktischsten Gründe, von Start zu Comfort oder Perfect Plus zu wechseln. Die Senderrechte setzen jedoch Grenzen. Waipu.tv weist darauf hin, dass Programme der ProSiebenSat.1-Gruppe und von Disney teilweise gar nicht oder nur eingeschränkt aufgenommen werden können. Ob eine konkrete Sendung verfügbar ist, zeigt erst die Aufnahmeschaltfläche im Programm. Aufnahmen der ProSiebenSat.1-Sender dürfen außerdem nach 60 Tagen automatisch gelöscht werden.
Auch Pause, Restart und Spulen funktionieren nicht für jeden Sender und jede Sendung gleich. Im kostenlosen Monat deshalb zwei oder drei persönliche Lieblingssender testen: Lässt sich die Sendung programmieren, kann man darin spulen und wie lange bleibt sie abrufbar? Für regelmäßige Live-TV-Nutzer ist diese Probe aussagekräftiger als die große Zahl von 150 Stunden.
Außerhalb des Heim-WLAN gelten für private Sender andere Regeln
Im festgelegten Heimnetzwerk laufen RTL und die ProSiebenSat.1-Gruppe im gebuchten Umfang. Außerhalb dieses Netzes werden die Live-Streams dieser Gruppen blockiert, sofern zu Comfort oder Perfect Plus nicht die Option „Mobile Nutzung RTL- & Pro7-Gruppe“ für 3 Euro monatlich gebucht wurde. Andere Sender sind häufig ohne diese Option mobil verfügbar. Die Erweiterung gibt es nur für direkt bei Waipu.tv gebuchte Konten; bei Apple, Google, Amazon oder anderen Partnern lässt sie sich nicht nachträglich bei Waipu.tv hinzufügen.
Deutsche Kundinnen und Kunden können Comfort oder Perfect Plus vorübergehend in unterstützten EU-Ländern nutzen, jedoch nicht als dauerhaften Auslandsdienst. Für RTL und Pro7 bleibt die mobile Option relevant, einzelne ProSiebenSat.1-Aufnahmen sind nur im Heimnetz abspielbar und das Heimnetzwerk kann nur alle 30 Tage geändert werden. Wer oft im Hotel, am Zweitwohnsitz oder über Mobilfunk schaut, sollte vorab auf der Waipu.tv-Seite zur mobilen Nutzung den eigenen Buchungsweg prüfen.
Probemonat, Jahrespaket und Partnerabo werden nicht am selben Ort beendet
Direkt bei Waipu.tv gebuchte Pakete lassen sich unter „Mein Waipu.tv“ zum angezeigten Vertragsende kündigen. Bei Apple, Google, Amazon, Freenet, einem Netzbetreiber oder einem anderen Partner muss die Kündigung dagegen beim jeweiligen Vertragspartner erfolgen; Waipu.tv kann dessen Zahlungsdaten nicht verwalten. Vor dem Kauf sollten Abrechner, Mindestlaufzeit, Beginn des Folgepreises und Kündigungsweg festgehalten werden.
Der kostenlose Monat endet ebenfalls nicht von selbst. Ohne Kündigung wird er kostenpflichtig. Hardware-Kombinationen mit Stick oder Box haben nicht dieselbe Testphase; für die Hardware besteht grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsfenster nach Erhalt, während die sofort begonnene digitale Leistung eigenen Regeln folgt. Maßgeblich sind die offizielle Waipu.tv-Kündigungshilfe und das Enddatum im eigenen Konto.
Für wen Waipu.tv passt – und wer besser verzichtet
Gut passt der Dienst zu Haushalten mit zuverlässigem Breitband, die den Kabelanschluss ersetzen möchten, Cloud-Aufnahmen und zwei bis vier parallele Streams brauchen oder vorübergehend im EU-Ausland deutsches Fernsehen sehen wollen. Viele Geräte werden unterstützt, und Live-TV, Aufnahmen sowie Abrufinhalte bleiben in einem Konto.
Weniger geeignet ist Waipu.tv bei instabilem Abend-WLAN, geplanter dauerhafter Nutzung außerhalb Deutschlands oder dem Anspruch, jede Sendung unbegrenzt aufzunehmen und frei zu spulen. Wer nur wenige öffentlich-rechtliche Sender auf einem Bildschirm sieht, braucht möglicherweise kein Perfect Plus. Umgekehrt löst das billige Start-Paket den Bedarf an RTL/Pro7 auf Smartphone oder Tablet unterwegs nicht.
Meine Reihenfolge für die Buchung
Zuerst drei Werte notieren: maximale Zahl gleichzeitiger Bildschirme, wöchentlicher Aufnahmebedarf und Nutzung von RTL/Pro7 außerhalb des Heimnetzes. Danach prüfen, ob der vorhandene Fernseher oder Fire TV die App direkt unterstützt, und zur abendlichen Hauptzeit testen. Reichen zwei Streams und 50 Stunden, beginnt der sinnvolle Test mit Comfort. Vier Streams, Pay-TV und mehr Aufnahmen sprechen für Perfect Plus. Start mit Stick bleibt die schmale Lösung für genau einen älteren Fernseher ohne Aufnahmebedarf.
Erst nach diesem Test sollten Monatspaket, 24-Monats-Vorteilspaket und ein berechtigter Mitgliedervorteil gegeneinander gerechnet werden. Folgepreis, Mindestlaufzeit, Eigentum und Rückgabe der Hardware sowie der zuständige Kündigungspartner gehören vor dem Bezahlen in eine kurze Notiz. So wird nicht der niedrigste Werbepreis gekauft, sondern das günstigste Paket, das zum echten Fernsehalltag passt.




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