Die Suresse Direkt Bank ist keine deutsche Girokontobank, sondern die deutsche Sparmarke der belgischen Niederlassung von Openbank S.A.; Openbank gehört zur spanischen Santander-Gruppe. Seit 2022 werden in Deutschland Tagesgeld, Tagesgeld Plus, Tagesgeld Max und Festgeld angeboten. Zahlungsverkehr, Gehaltseingang und Kartennutzung sind nicht der Schwerpunkt. Die bankeigene Kundenbefragung 2025 nennt 8 von 10 Punkten, ist aber keine unabhängige Bewertung. Wichtiger sind Einlagensicherungsinstitut, Anschlusszins und Auszahlungsweg.
Kurzurteil: Wer Notgroschen oder vorübergehend freies Geld vom Hauptkonto trennen möchte, kann Suresse vergleichen. Entscheidend sind aber nicht nur der Neukundenzins, sondern der Anschlusszins, die gemeinsame 100.000-Euro-Sicherungsgrenze für Einlagen bei Openbank S.A. und die eigene deutsche Steuererklärung.
Stand: 1. August 2026
Zuerst festlegen, wann das Geld wieder gebraucht wird
Der sinnvollste Einstieg ist das normale Suresse Tagesgeld. Auszahlungen gehen auf das hinterlegte Referenzkonto, daher eignet es sich für Reserve oder kurzfristig verfügbares Geld. Beim Check galt für das erste Neukundenkonto 3,50 Prozent p.a. auf bis zu 250.000 Euro für höchstens sechs Monate. Die erste Einzahlung muss innerhalb von 15 Tagen nach Eröffnung erfolgen; Neukunde ist, wer 24 Monate keine Kundenbeziehung hatte. Zinsen werden monatlich gutgeschrieben.
Die Aktionszeile nennt danach 2,05 Prozent, während der allgemeine Bestandskundenabschnitt 1,90 Prozent p.a. zeigt. Das ist kein einheitlicher Dauerzins. Vor der Eröffnung sollten Produktinformationsblatt und Vertrag mit Datum gespeichert und der persönliche Anschlusszins geprüft werden. Nach dem Aktionsende gehört das Konto erneut in einen Tagesgeldvergleich.

Plus, Max und Festgeld lösen drei andere Aufgaben
Tagesgeld Plus setzt ein normales Suresse-Tagesgeld voraus. Aktuell besteht die Verzinsung aus 0,80 Prozent Basiszins mit monatlicher Gutschrift und 1,40 Prozent jährlicher Treueprämie auf das durchschnittliche Jahresguthaben. Eine größere Auszahlung im Jahresverlauf beeinflusst daher die Prämie; 2,20 Prozent sind nicht mit einem täglich gleich verzinsten Standard-Tagesgeld gleichzusetzen.
Tagesgeld Max ist ebenfalls nur für Bestandskunden erhältlich. Die derzeitigen 2,25 Prozent gelten nur, wenn der gesamte Saldo zwischen 125.000 und 299.999,99 Euro liegt. Unterhalb und oberhalb dieses Fensters zeigt die Seite 0,05 Prozent. Das Produkt passt nur bei stabiler Zielsumme; der Name Max erweitert die gesetzliche Einlagensicherung nicht.
Festgeld ist für Geld gedacht, das während der gewählten Laufzeit nicht gebraucht wird. Aktuell stehen sechs Monate, ein, zwei, drei und vier Jahre zur Wahl; geprüft wurden 2,70, 2,65, 2,55, 2,60 und 2,60 Prozent p.a. Die Mindestanlage beträgt 1.000 Euro, je Festgeld sind höchstens 200.000 Euro möglich. Eine vorzeitige Kündigung ist grundsätzlich ausgeschlossen; am Ende fließen Kapital und Zinsen automatisch auf das Tagesgeld zurück, ohne automatische Verlängerung.
Die 100.000 Euro gelten pro Bankinstitut, nicht pro Produkt
Laut Suresse Information zur Einlagensicherung schützt der spanische Einlagensicherungsfonds grundsätzlich bis zu 100.000 Euro je Einleger und Kreditinstitut; bei Gemeinschaftskonten wird die Grenze je Einleger betrachtet. Einlagen bei Openbank S.A. und ihren Niederlassungen werden zusammengerechnet. Wer bereits Geld unter einer anderen Openbank-Marke oder bei einer anderen Niederlassung hält, muss diese Beträge einbeziehen.
Darum sind die 250.000 Euro Aktionszinsgrenze, das Max-Saldo-Fenster und die 200.000 Euro mögliche Festgeldanlage keine Zusage, dass jeder Euro gesetzlich geschützt ist. Verzinsung und Einlagensicherung sind getrennte Zahlen. Mehrere Unterkonten bei Suresse verteilen das Geld nicht auf mehrere Kreditinstitute.
Die Eröffnung ist digital, ersetzt aber kein deutsches Hauptkonto
Für das normale Tagesgeld werden Volljährigkeit, Wohnsitz und Steuerpflicht in Deutschland, private Nutzung, ein Girokonto bei einer deutschen Bank, deutsche Mobilnummer und Steuer-ID verlangt. Die Identifizierung erfolgt über WebID oder PostIdent. Eine erste Überweisung, zum Beispiel über einen Euro, aktiviert das Konto und verknüpft das Referenzkonto. Auszahlungen laufen dorthin zurück; nach einem Girokontowechsel sollte dieser Weg rechtzeitig aktualisiert werden.
Kundenbereich und Suresse Mobile App zeigen Guthaben, verwalten Profildaten und ermöglichen Überweisungen; Transaktionen werden über die TAN-App abgesichert. Eine deutsche Filiale gibt es nicht. Wer Bargeldeinzahlung, Girocard, Gehaltseingang oder persönliche Beratung braucht, nutzt Suresse daher nur ergänzend.

Die deutsche Steuererklärung gehört zur Entscheidung
Suresse erklärt, dass wegen der belgischen Niederlassung kein belgischer Steuerabzug auf die Zinsen erfolgt und eine Bescheinigung über die Befreiung von der Quellensteuer bereitgestellt wird. Für in Deutschland Steuerpflichtige bedeutet das nicht, dass die deutsche Besteuerung automatisch erledigt ist. Jahreszins- und Steuerunterlagen sollten gespeichert und entsprechend der persönlichen Steuersituation in Deutschland geprüft werden. Ein deutscher Freistellungsauftrag lässt sich nicht ungeprüft übertragen.
Name, Steuer-ID, Referenzkonto und Anschrift sollten schon beim Antrag exakt stimmen. Werden geänderte Daten oder grenzüberschreitende Steuerunterlagen erst zum Jahresende bemerkt, kostet das häufig mehr Zeit als wenige Zehntelprozent Zinsvorteil bringen. Für individuelle Steuerfragen sind amtliche Hinweise oder fachliche Beratung zuständig.
Für wen Suresse passt und wer besser anders startet
Gut passend: Menschen mit stabilem deutschen Girokonto, die Notreserve oder zeitweise freies Geld getrennt halten, nach dem Aktionsende erneut vergleichen und alles über Web, App, TAN und Referenzkonto steuern möchten. Für den ersten Schritt ist flexibles Tagesgeld meist nachvollziehbarer als Festgeld.
Eher nicht passend: Wer Gehaltskonto, Karte, Bargeldservice oder Filialhilfe sucht; wer das Festgeld möglicherweise vorzeitig braucht; wer Zinsgrenzen mit gesetzlicher Sicherung verwechselt; oder wer die deutsche Behandlung ausländischer Zinserträge nicht selbst organisieren möchte.
Meine Reihenfolge vor der Eröffnung
- Notgroschen liquide halten, bevor Geld ins Festgeld fließt.
- Tagesgeld, Plus, Max und Festgeld nach Verfügbarkeit statt nach der höchsten Werbeziffer sortieren.
- Neukundenstatus, 15-Tage-Einzahlung, Aktionsende und Anschlusszins dokumentieren.
- Alle Einlagen bei Openbank S.A. für die 100.000-Euro-Grenze zusammenrechnen.
- Girokonto, Mobilnummer, Steuer-ID, Identifizierung und TAN-Zugang vorbereiten.
- Jahreszinsbescheinigung speichern und die deutsche Steuerbehandlung klären.
Der Vorteil von Suresse liegt in einem konzentrierten digitalen Sparangebot. Der Preis dafür ist mehr Eigenarbeit bei grenzüberschreitendem Bankinstitut, Zinsstaffeln und Steuerunterlagen. Sind diese drei Punkte geklärt, lässt sich der aktuelle Zins sachlich mit anderen Tages- und Festgeldangeboten vergleichen.




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