Kurzfazit: Für einen kleinen deutschen Shop mit begrenztem Team ist Shopify meist der schnellste Start, wenn Checkout, Hosting, Updates und Apps aus einer Hand wichtiger sind als maximale technische Freiheit. WooCommerce passt besser, wenn Sie bereits WordPress beherrschen, Hosting selbst wählen wollen und Erweiterungen bewusst einkaufen. Shopware lohnt sich erst, wenn der Shop komplexer wird: B2B, Rollen, Angebotsprozesse, größere Kataloge oder ein deutsches Agentur-Ökosystem. IONOS ist die pragmatische Einstiegslösung, wenn der Shop schnell online sein soll und ein deutscher Anbieter mit Domain, Hosting, Support und Baukasten wichtiger ist als ein offenes Ökosystem.
Preisstand: 21. Juni 2026. Entscheidend ist nicht nur die Monatsgebühr. Rechnen Sie vor der Bestellung auch Zahlungsgebühren, externe Transaktionsgebühren, Themes, Apps, Rechtstexte, Versandregeln, Steuerlogik, Produktimport, Mehrsprachigkeit, Support und späteren Plattformwechsel ein. Genau dort trennt sich ein günstiger Start von einem dauerhaft tragfähigen Online-Shop.
| Plattform | Erste sinnvolle Rolle | Kostenpunkt, den viele unterschätzen |
|---|---|---|
| Shopify | schnell starten, mehrere Kanäle, wenig Technikpflege | Planpreis plus Zahlungsgebühren, externe Gateway-Gebühren, Apps und POS-Add-ons |
| WooCommerce | WordPress-nahe Shops mit eigener Hosting- und Plugin-Kontrolle | Hosting, Wartung, Premium-Plugins, Entwicklerzeit und Sicherheitsupdates |
| Shopware | wachsende deutsche Shops, B2B, Rollen, Angebots- und Kataloglogik | Agentur, Hosting, Edition, Erweiterungen und laufende Betreuung |
| IONOS | Einsteiger-Shop mit Baukasten, deutscher Anbieterbeziehung und Support | Aktionspreis läuft aus; Produktlimit, Webspace, Marktplatz- und B2B-Funktionen hängen vom Tarif ab |
Die richtige Frage: wollen Sie verkaufen oder eine Plattform betreiben?
Viele Shops scheitern nicht an der Produktidee, sondern an der falschen Plattformtiefe. Wer erst 20 Produkte testen will, braucht vor allem einen stabilen Checkout, einfache Produktpflege, saubere Pflichtseiten, Versandregeln und eine klare Rechnung. Wer schon Varianten, B2B-Kunden, Händlerpreise, mehrere Sprachen, Marktplätze oder individuelle Prozesse hat, kauft nicht mehr nur einen Shop, sondern ein Betriebssystem für E-Commerce.
Darum sollte die erste Entscheidung nicht „welche Plattform ist die beste?“ heißen. Besser ist: Wie viel Technik will das Team dauerhaft selbst tragen, wie schnell muss der erste Verkauf live sein, wie stark wird der Shop in ein bestehendes CMS oder ERP eingebunden, und wie teuer wäre ein Plattformwechsel nach einem Jahr?
Shopify: schneller Start, aber Gebühren und Apps mitrechnen
Shopify ist für viele kleine deutsche Händler der einfachste Weg, schnell einen sauberen Online-Shop zu starten. Die deutsche Preisseite nennt bei jährlicher Zahlung Basic für 25 EUR pro Monat, Grow für 66 EUR und Advanced für 289 EUR; monatlich liegen die Tarife höher. Im Basic-Tarif beginnen die Online-Kartengebühren laut Shopify bei 2,1 Prozent plus 0,30 EUR, externe Zahlungsanbieter kosten zusätzlich 2 Prozent. Hosting und SSL sind enthalten, der Checkout, Produktverwaltung, Marktplatz- und Social-Verkauf sowie Apps sind direkt im Ökosystem.
Shopify passt, wenn Sie lieber verkaufen als Server, Updates und Plugin-Konflikte zu betreuen. Der Preis wird aber selten nur der Tarifpreis sein. Zahlungsarten, zusätzliche Apps, Theme-Anpassungen, POS Pro für stationären Handel, mehr Mitarbeiterkonten, B2B-Funktionen und internationale Shops können die Rechnung verschieben. Für kleine Teams ist Shopify gut, solange die Standardlogik reicht; wenn sehr individuelle Produktdaten, Checkout-Schritte oder ERP-Prozesse nötig sind, sollten Sie früh prüfen, ob Advanced oder Plus zu teuer wird.
WooCommerce: günstig im Einstieg, aber nicht wartungsfrei
WooCommerce bezeichnet sich offiziell als kostenlose Open-Source-E-Commerce-Plattform für WordPress ohne Plattformgebühren oder Umsatzbeteiligung. Das ist ein starker Vorteil, wenn Ihre Website bereits auf WordPress läuft oder wenn Sie Hosting, Theme, Plugins und Daten selbst kontrollieren wollen. Für Content-nahe Shops, digitale Produkte, Nischenkataloge oder SEO-lastige Projekte ist WooCommerce oft sehr flexibel.
Die Kehrseite: kostenlos heißt nicht kostenlos betrieben. Sie brauchen Hosting, Domain, SSL, Backups, Updates, Sicherheitskonzept, Zahlungsanbieter, Versand- und Steuer-Plugins, rechtssichere Texte und oft bezahlte Erweiterungen. WooCommerce ist stark, wenn jemand im Team WordPress wirklich pflegt oder eine verlässliche Agentur verfügbar ist. Ohne diese Pflege kann ein scheinbar billiger Shop langsam, unsicher oder plugin-lastig werden.
Shopware: deutsche Shop-Logik für wachsende Projekte
Shopware ist besonders interessant, wenn ein Shop mehr als ein einfacher Warenkorb sein soll. Die offizielle Preisseite führt eine kostenlose Community Edition sowie Rise ab 600 EUR pro Monat, Evolve ab 2.400 EUR pro Monat und Beyond als individuelles Paket. Schon diese Spanne zeigt: Shopware ist für ambitionierte Shops, B2B-Szenarien, Rechte- und Rollenlogik, Angebotsprozesse, größere Kataloge und Agenturprojekte gedacht, nicht als billigster Einstieg für zehn Produkte.
Der Vorteil liegt in der Tiefe und im deutschen Ökosystem. Wenn Sie in Deutschland verkaufen, komplexe Produktdaten pflegen, später B2B-Funktionen brauchen oder eine Agentur langfristig am Shop arbeitet, kann Shopware sinnvoller sein als ein Baukasten. Für einen sehr kleinen Shop ohne Entwicklungspartner ist es dagegen oft zu schwer. Wer Shopware wählt, sollte vorab Budget für Umsetzung, Hosting, Erweiterungen, Wartung und laufende Weiterentwicklung einplanen.
IONOS: schneller deutscher Baukasten, aber Tarifgrenzen lesen
IONOS bietet mit MyWebsite Shop einen deutschen Baukastenweg für Online-Shops. Die aktuelle IONOS-Seite zeigt Starter, Plus, Pro und Expert mit Aktionspreisen für die ersten sechs Monate; regulär werden dort 23, 32, 65 und 92 EUR pro Monat ausgewiesen. Plus enthält unter anderem SEO-Tools, KI-Textgenerator, SiteAnalytics, Warenkorbwiederherstellung, Google-Shopping-Feeds und digitale Produkte; Pro erweitert um bis zu 10.000 Produkte, Produktfilter, Wunschlisten, Sendungsverfolgung, Mehrsprachigkeit und USt-IdNr.-Prüfung; Expert hebt Produktzahl und Mitarbeiterkonten weiter an und nennt externe Marktplätze wie Amazon und eBay.
IONOS passt, wenn Sie einen überschaubaren deutschen Anbieter wollen und ohne eigene Technik schnell verkaufen möchten. Besonders für lokale Händler, Dienstleister mit Zusatzprodukten oder sehr kleine Kataloge kann das reichen. Vor dem Abschluss sollten Sie aber nicht vom Aktionspreis ausgehen, sondern den Preis nach sechs Monaten, Vertragslaufzeit, Produktlimit, Webspace, Mehrsprachigkeit, Marktplatzanbindung, B2B-Funktionen und Kündigungsweg prüfen. Wenn Sie später komplett frei entwickeln oder sehr viele Integrationen brauchen, wird ein Baukasten schneller eng.
| Szenario | Zuerst prüfen | Warum |
|---|---|---|
| Erster kleiner Shop, schnell online | Shopify oder IONOS | weniger technische Pflege, schneller Checkout und Baukasten- beziehungsweise SaaS-Start |
| WordPress-Content-Site soll Produkte verkaufen | WooCommerce | beste Nähe zu bestehendem WordPress, starke SEO- und Inhaltslogik |
| Wachsender Shop mit B2B oder Agentur | Shopware | deutsche E-Commerce-Tiefe, Rollen, Kataloge und komplexere Geschäftsprozesse |
| Stationär plus online plus Social/Marktplatz | Shopify | starkes Ökosystem für Kanäle, Apps, POS und Checkout |
Deutschland-spezifische Punkte vor der Bestellung
Für Deutschland reicht ein hübsches Template nicht. Klären Sie vor dem Start, wie Impressum, Datenschutz, Widerruf, AGB, Steuerangaben, Rechnung, Versandkosten, Lieferzeit, Produktgrundpreis, Mehrwertsteuer, Zahlungsarten und Retouren gepflegt werden. Bei Shopify und WooCommerce kommen dafür oft Apps, Plugins oder Dienstleister hinzu. Bei IONOS ist vieles geführt, aber an Tarifgrenzen gebunden. Bei Shopware hängt viel von Agentur, Erweiterungen und Projektsetup ab.
Der zweite Punkt ist Wachstum. Ein Shop mit 30 Produkten kann auf fast jeder Plattform laufen. Schwieriger wird es bei Varianten, Produktfeeds, Marktplätzen, B2B-Preisen, mehrsprachigen Katalogen, ERP-Anbindung und Datenmigration. Wenn diese Themen absehbar sind, sollte die Plattformentscheidung nicht nur nach dem ersten Monatspreis fallen.
Offizielle Startpunkte
Preise und Funktionsgrenzen sollten Sie auf den offiziellen Seiten nachlesen: Shopify Preise Deutschland / WooCommerce Pricing / Shopware Plans & Pricing / IONOS Onlineshop erstellen / IONOS E-Commerce Plug-in.
Redaktionsempfehlung
Wenn Sie heute in Deutschland mit einem kleinen Shop starten, würde ich zuerst Shopify gegen IONOS stellen: Shopify, wenn Sie ein stärkeres Commerce-Ökosystem und bessere Wachstumspfade wollen; IONOS, wenn ein geführter deutscher Baukasten und Support wichtiger sind. WooCommerce ist die beste Wahl für WordPress-nahe Teams, die Wartung realistisch leisten können. Shopware gehört auf die Shortlist, sobald B2B, größere Kataloge, Agenturarbeit oder individuelle Prozesse nicht mehr Ausnahme, sondern Kern des Geschäfts sind.



