Stand: 16. Juli 2026
NettoKOM wirkt zunächst wie eine SIM-Karte aus dem Netto-Markt. Vertragspartner und Betreiber der Website ist jedoch die Telefónica Germany GmbH & Co. OHG, und die Tarife nutzen das LTE-/5G-Netz von Telefónica. Die Stärke liegt nicht darin, dass eine Filiale den gesamten Mobilfunkvertrag für Dich verwaltet. Attraktiv sind der niedrige Einstieg und die flexible Selbstverwaltung über App und Web. Auch die auf der offiziellen NettoKOM Seite zusammengefassten externen Signale sind ordentlich: Im connect Netztest für Mobilfunk-Discounter 2025 erreichte NettoKOM 921 von 1.000 Punkten; beim DtGV App Award 2025 kam die App auf Platz 2 von 27. Solche Auszeichnungen garantieren weder perfekten Empfang an Deiner Adresse noch eine bestimmte Serviceerfahrung, zeigen aber, dass hinter der Supermarktkarte ein etablierter deutscher Mobilfunkbetrieb steht.
Kurzurteil: NettoKOM passt vor allem zu Menschen, die Prepaid selbst verwalten möchten. Entscheide zuerst, ob Du fast kein mobiles Datenvolumen brauchst, ein festes Vier-Wochen-Paket möchtest, Daten bei Bedarf aktiv nachbuchen willst oder ein Jahr im Voraus bezahlen möchtest. Erst danach ist die Zahl der Gigabyte sinnvoll. Wer direkt auf 100 GB schaut, übersieht leichter automatische Verlängerung, automatische Aufladung und die teure MB-Abrechnung im BASIC-Tarif.
Erst die Nutzungsart wählen, dann die Datenmenge
BASIC eignet sich für Erreichbarkeit, Zweitgeräte und sehr seltene Nutzung: Es gibt keinen regelmäßigen Grundpreis. Gespräche und SMS innerhalb Deutschlands kosten jeweils 0,09 Euro, mobile Daten jedoch 0,24 Euro pro MB. BASIC ist deshalb nur dann ein kontrollierbarer Tarif, wenn mobile Daten ausgeschaltet bleiben oder bewusst ein Daten-Pass gebucht wird. Hintergrundaktualisierungen können sonst unnötig Guthaben verbrauchen.
EASY ist eine schmale Familienlösung: Für 2,99 Euro pro vier Wochen gibt es 500 MB; Gespräche und SMS zu anderen NettoKOM Anschlüssen sind kostenlos, Kontakte in anderen Netzen kosten weiterhin 0,09 Euro pro Minute oder SMS. Das kann für Kinder, Großeltern oder Wenignutzer funktionieren, wenn mehrere wichtige Kontakte ebenfalls NettoKOM verwenden. Für Navigation, Video oder ein gemischtes Kontaktnetz ist der günstige Paketpreis allein kein guter Grund.
SMART ist der einfachste Alltagstarif: 25, 50 oder 100 GB kosten 8,99, 13,99 beziehungsweise 18,99 Euro pro vier Wochen. Enthalten sind eine Telefonie- und SMS-Flat, LTE/5G mit bis zu 100 Mbit/s und EU-Roaming nach den Tarifbedingungen. Nach Verbrauch des Datenvolumens wird gedrosselt; zusätzliche Datenoptionen können gebucht werden. SMART passt, wenn Du ein festes Paket möchtest und nicht regelmäßig manuell nachbuchen willst.
LIFT kostet einen Euro mehr und verlangt eine kleine aktive Handlung: Die Stufen mit 25, 50 und 100 GB kosten 9,99, 14,99 und 19,99 Euro pro vier Wochen; die ausgewiesenen Höchstgeschwindigkeiten liegen bei 50, 100 und 150 Mbit/s. Sobald weniger als 1 GB übrig ist, kannst Du in der NettoKOM App oder im Web kostenlos 1 GB aktivieren, und zwar wiederholt. Das hilft bei gelegentlichen Verbrauchsspitzen. Es ist aber kein vollständig passiver Unlimited-Tarif: Ohne den Klick wird kein neuer Highspeed-Block freigeschaltet.
Das Jahrespaket ist für gleichmäßige, eher geringe Nutzung gedacht: Das NettoKOM Jahrespaket kostet 69,99 Euro für 365 Tage und enthält insgesamt 60 GB für das ganze Jahr. Es werden nicht jeden Monat neue 5 GB bereitgestellt. Für ein Zweitgerät, ein Seniorenhandy oder die erste Karte eines Kindes kann das angenehm sein. Wer die 60 GB schon nach wenigen Monaten aufbraucht, verliert den Vorteil durch zusätzliche Daten-Pässe schnell.
Auch Prepaid verlängert sich automatisch – entscheidend ist das Guthaben
SMART, LIFT und EASY sind keine einmaligen Pakete, die nach vier Wochen einfach liegen bleiben. Bei ausreichendem Guthaben verlängert sich die Tarifoption automatisch um weitere vier Wochen. Das Jahrespaket wird bei genügend Guthaben erneut für 365 Tage gebucht; reicht das Guthaben nicht, fällt die Karte laut offizieller Jahrespaket-Seite in BASIC zurück. Kostenkontrolle entsteht also nicht durch das Wort „Prepaid“, sondern durch den bewussten Umgang mit Guthaben, Zahlungsart und dem nächsten Verlängerungstermin.
Aufladen ist per PayPal, Bankkonto oder NettoKOM Aufladekarte aus der Netto-Filiale mit 5, 15 oder 25 Euro möglich. Die App kann Guthaben automatisch zu einem Termin oder beim Unterschreiten einer Grenze aufladen. Eine hinterlegte Zahlungsart kann außerdem für die automatische Tarifverlängerung verwendet werden. Das ist bequem, wenn die Nummer ohne Unterbrechung funktionieren soll. Möchtest Du dagegen, dass eine zu geringe Guthabensumme die nächste Periode bewusst stoppt, darf die automatische Aufladung diese Grenze nicht wieder auffüllen. Sinnvoll ist oft: einen Zyklus manuell testen und erst danach automatisieren.
Ein neues Starterpaket kostet aktuell 9,99 Euro und enthält 10 Euro Startguthaben. Bei einer neuen SIM werden LIFT M und LIFT L in den ersten vier Wochen mit 10 Euro berechnet und mit diesem Startguthaben verrechnet; danach gilt der reguläre Preis. Nach erfolgreicher Rufnummernmitnahme kann einmalig ein weiterer Bonus von 10 Euro gutgeschrieben werden, allerdings nicht bei einer Portierung von Telefónica Germany, E-Plus oder Ortel Mobile. Diese Beträge erleichtern den Start, senken aber nicht dauerhaft den regulären Tarifpreis.
Eine Karte aus der Netto-Filiale ist noch keine aktivierte SIM
Du kannst online bestellen oder im Netto-Markt ein BASIC- beziehungsweise SMART-Starterpaket kaufen und bei der Aktivierung einen anderen passenden Tarif wählen. Unabhängig vom Kaufort ist bei einer Kunststoff-SIM eine Identitätsprüfung nötig. NettoKOM bietet OnlineIdent per Selfie oder Video sowie POSTIDENT in der Postfiliale an. Nach erfolgreicher Prüfung erfolgt die Aktivierung häufig innerhalb weniger Minuten; in Einzelfällen kann sie bis zu 24 Stunden dauern.
Aktueller Hinweis: Bei der Prüfung am 16. Juli zeigte die offizielle NettoKOM Aktivierungsseite eine Wartungsmeldung. Neue SIM-Karten konnten vorübergehend weder im Web noch per App oder Hotline registriert werden. Das ist ein aktueller Betriebszustand und keine dauerhafte Tarifregel. Wenn Du noch am selben Tag eine neue Nummer brauchst, öffne die Aktivierungsseite vor dem Kauf erneut und warte gegebenenfalls auf die Freigabe.
Bei einem eSIM-fähigen Gerät kannst Du die eSIM direkt bei der Onlinebestellung auswählen. Bestehende Kunden können unter „SIM verwalten“ kostenlos von der Kunststoffkarte zur eSIM wechseln; die Rufnummer bleibt erhalten. Gib vor der Bestellung *#06# in der Telefon-App ein: Wird eine EID angezeigt, unterstützt das Gerät eSIM. Bei einem Gerätewechsel wird im Konto eine neue eSIM angefordert. Der alte QR-Code ist kein universelles Profil für beliebig viele Installationen.
Tarifwechsel, Rufnummernmitnahme und Vertragsende sind drei verschiedene Vorgänge
Wenn nur das Datenpaket nicht mehr passt, musst Du die Nummer nicht kündigen. In App oder Web lässt sich in einen anderen NettoKOM Tarif wechseln. Eine bestehende Rufnummer kann während der Aktivierung oder später zu NettoKOM portiert werden. Offiziell werden unter passenden Voraussetzungen etwa acht Werktage genannt; Name, Geburtsdatum und weitere Angaben müssen exakt mit dem bisherigen Anbieter übereinstimmen. Nach Ende des Altvertrags besteht üblicherweise noch ein Zeitfenster von 30 Tagen. NettoKOM erhebt für die eingehende Portierung keine Gebühr.
Die Freigabe einer Rufnummer für einen anderen Anbieter beendet umgekehrt nicht automatisch den gesamten NettoKOM Vertrag. Die offizielle Kündigungsseite weist darauf hin, dass die Rufnummer in App oder Web freigegeben werden kann, während für die Beendigung des vollständigen Vertrags samt Tarifoptionen eine Kündigung erforderlich ist. Für eine Auszahlung des Restguthabens existiert ein eigenes Formular; dafür werden SIM-Kartennummer und Bankverbindung benötigt, und mit der Auszahlung werden Rufnummer und zugehörige Dienste deaktiviert. Entscheide beim Verlassen daher zuerst: nur Tarif wechseln, Nummer mitnehmen oder Vertrag beenden und Guthaben auszahlen lassen.
Für wen NettoKOM passt – und wann ein anderer Anbieter sinnvoller ist
- Passt gut: Du suchst günstiges Prepaid im Telefónica Netz und verwaltest Guthaben, Verlängerung und Optionen selbst in der App.
- Passt gut: Du möchtest ein Starterpaket im Laden kaufen, kannst Aktivierung und Identitätsprüfung danach aber digital erledigen.
- SMART passt eher: Du willst ein festes Datenpaket und möglichst wenig manuelle Schritte.
- LIFT passt eher: Dein Verbrauch schwankt und Du aktivierst bei weniger als 1 GB Restvolumen gern kostenlos weitere 1-GB-Blöcke.
- Eher unpassend: Du erwartest Vertragsservice in der Filiale, möchtest keine automatische Verlängerung oder Aufladung kontrollieren oder hast an Deinen Hauptorten schwache Telefónica Abdeckung.
- Vorläufig warten: Die Wartungsmeldung für neue SIM-Registrierungen besteht noch und Du brauchst sofort eine aktive Nummer.
Meine Empfehlung: Fünf Minuten vor der Bestellung investieren
Prüfe zuerst die Telefónica Abdeckung an Deinen wichtigen Orten. Ordne danach den realen Verbrauch der letzten drei Monate BASIC, SMART, LIFT oder dem Jahrespaket zu. Kontrolliere als Drittes, was nach vier Wochen beziehungsweise 365 Tagen automatisch verlängert wird. Entscheide dann bewusst über die automatische Aufladung. Erst zum Schluss wählst Du Kunststoff-SIM oder eSIM und prüfst, ob die Aktivierungsseite verfügbar ist. Über die EuroSnip Shop-Seite zu NettoKOM gelangst Du zurück zu den internen Angeboten; verbindlich bleiben jedoch die aktuelle NettoKOM Bestellübersicht und Dein Mein-NettoKOM-Konto. NettoKOM ist nicht deshalb günstig, weil Startguthaben wie ein Geschenk wirkt, sondern wenn Du genau weißt, wann die nächste Abbuchung erfolgt, was bei zu wenig Guthaben passiert und wie viel Selbstverwaltung Du übernehmen möchtest.



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