Stand der Prüfung: 16. Juli 2026
Trade Republic ist längst nicht mehr nur der günstige Smartphone-Broker für einen ETF-Sparplan. Die Berliner Trade Republic Bank GmbH ist eine deutsche Vollbank unter Aufsicht von BaFin und Bundesbank und bündelt Girokonto, Cash-Zinsen, Visa-Debitkarte, Wertpapierhandel und Sparpläne in einer App. Der aktuelle deutsche Google-Play-Eintrag nennt mehr als zehn Millionen Kunden, 150 Milliarden Euro verwaltetes Vermögen und 18 europäische Märkte. Zum Prüfzeitpunkt lag die Bewertung dort bei etwa 4,2 Sternen aus rund 321.000 Rezensionen, im deutschen Apple App Store bei etwa 4,6 Sternen aus rund 441.000 Bewertungen. Das zeigt eine breite Nutzung, ersetzt aber nicht die eigene Prüfung von Zins, Spread, Support und Verwahrung.
Kurzurteil: Wenn Du Girokonto, freies Cash, Debitkarte und einen ruhigen Sparplan in einer App zusammenführen möchtest, ist Trade Republic einen Test wert. Du solltest „keine Monatsgebühr“, „keine Orderprovision“ und „Einlagenschutz“ jedoch nicht zu der Aussage verkürzen, alles sei kostenlos und jedes Guthaben gleich abgesichert. Trenne zuerst Bank- und Anlagefunktionen. Danach entscheidest Du, wie viel Geld, welche Karte und ob Gehalt oder ein größeres Depot wirklich dorthin gehören.
Zuerst klären: Soll Trade Republic Bankkonto oder Broker sein?
Trade Republic bietet inzwischen Girokonto, Überweisungen, Gehaltseingang, Lastschriften, Daueraufträge, Kartenzahlung, Cash-Zinsen und Investments. Wer nur monatlich sparen möchte, kann es als einfaches Depot nutzen. Wer weniger Apps will, kann einen Teil des Zahlungsverkehrs dorthin verlagern. Die Prüfungen sind aber verschieden: Beim Broker zählen Gesamtkosten, handelbare Instrumente, Ausführung und Steuern; beim Hauptkonto zählen aktivierte IBAN, Einzahlungen, Karte, Bargeld, Erreichbarkeit und Schutz des Guthabens.
Öffne deshalb zunächst die deutsche Trade-Republic-Seite und beginne mit einem Hauptzweck. Für Cash prüfst Du den persönlichen Zinssatz und die Verwahrung in Deiner App. Für Sparpläne kontrollierst Du Wertpapier, Zahlungsweg und Termin. Für ein Gehaltskonto testest Du erst eine kleine Überweisung, eine Lastschrift und die Karte. Gehalt, Notgroschen und komplettes Depot gleichzeitig zu übertragen, bevor Du die Wege kennst, schafft unnötiges Risiko.
2,25 Prozent auf Cash sind verständlich – die Verwahrung ist es nicht automatisch
Am 16. Juli 2026 zeigen die aktuelle deutsche Website und die aktuellen deutschen App-Einträge 2,25 Prozent p. a. auf nicht investiertes Cash. Die Funktion muss in der App aktiviert werden. Berechnet wird nach dem täglichen Saldo, ausgezahlt monatlich. Der Satz ist variabel. Einzelne ältere Hilfeseiten können noch einen früheren Wert anzeigen; maßgeblich sind deshalb der Zinssatz und die Bedingungen, die Du aktuell in Deinem eigenen Konto siehst.
Für Nutzer einer deutschen Trade-Republic-IBAN nennt Trade Republic derzeit keine Zinsgrenze von 50.000 Euro. Unbegrenzt verzinst bedeutet jedoch nicht, dass jeder Euro auf einem einzigen klassischen Bankkonto liegt. Verfügbares Guthaben kann auf Treuhandsammelkonten von Partnerbanken verteilt und bei höheren Beträgen zusätzlich in Geldmarktfonds diversifiziert werden. Bankguthaben fällt nach den Regeln der jeweiligen Partnerbank bis 100.000 Euro pro Kunde und Konto unter die Einlagensicherung. Geldmarktfonds werden dagegen in einem getrennten Depot verwahrt. Sie sind keine Bankeinlage und sollten nicht als Einlagensicherung bezeichnet werden.
Auch Wertpapiere sind keine Einlagen. Aktien und ETFs werden als Kundenvermögen über die jeweiligen Verwahrstellen gehalten. Für Deine Entscheidung sind daher drei Ebenen wichtig: Partnerbankguthaben, Geldmarktfonds und Wertpapierdepot. Sie unterscheiden sich bei Ertrag, Schwankung und Schutz. Wenn Du für den gesamten Notgroschen nur eine klassische Bankeinlage mit leicht erklärbarer Sicherung akzeptierst, solltest Du nicht allein wegen des Zinses das komplette Guthaben verschieben.
Karte und Saveback sind nützlich, aber kein bedingungsloses Cashback
Die Karte ist eine Visa-Debitkarte und belastet Dein verfügbares Cash direkt. Eine monatliche Kartengebühr gibt es derzeit nicht. Die virtuelle Karte ist kostenlos, die Classic-Karte kostet einmalig 5 Euro, die Mirror-Karte einmalig 50 Euro. Trade Republic verlangt für Abhebungen ab 100 Euro keine eigene Gebühr; unter 100 Euro fallen 1 Euro an. Der Automatenbetreiber kann zusätzlich kassieren. Bei Fremdwährungen gilt der Visa-Kurs, Trade Republic berechnet nach eigener Angabe keinen zusätzlichen Wechselkursaufschlag. Lehne trotzdem eine teure dynamische Währungsumrechnung am Automaten oder Terminal ab, wenn sie angezeigt wird.
Saveback wird häufig falsch verstanden. Bei Kartenzahlungen aus dem Cash-Guthaben fließt ein Prozent berechtigter Umsätze in einen ausgewählten Sparplan und nicht als frei verfügbares Bargeld zurück; diese Variante ist auf 15 Euro pro Monat begrenzt. Die aktuelle deutsche Crypto-Seite nennt zusätzlich zwei Prozent Crypto Saveback beim Bezahlen mit Crypto, auf bis zu 1.500 Euro monatliche Kartenausgaben und damit maximal 30 Euro. Dabei wird der benötigte Crypto-Betrag verkauft, sodass Spread, Kursgewinn oder -verlust und mögliche Steuerfolgen relevant werden. Für beide Wege sind mindestens 50 Euro gesamte Sparplanrate pro Monat nötig. Geldautomatenabhebungen, Überweisungen, Kontofinanzierungen, bargeldähnliche Umsätze und Investmenttransaktionen sind ausgeschlossen. Für die meisten Nutzer ist der klassische einprozentige Saveback als Ergänzung eines ohnehin laufenden Sparplans sinnvoller, als nur für den höheren Satz Crypto zu kaufen oder zu verkaufen.
Auch Round up ist eine Anlagefunktion: Kartenzahlungen werden aufgerundet und der gewählte Betrag wird investiert. Das kann kleine Beträge automatisieren, der Wert schwankt anschließend aber mit dem ausgewählten Investment. Auf der deutschen Kartenseite von Trade Republic kannst Du Kartenpreise, Abhebungen und Saveback vor der Bestellung noch einmal prüfen.
Keine Orderprovision heißt nicht, dass eine Transaktion null Euro kostet
Für Wertpapierorders verlangt Trade Republic keine klassische Orderprovision. Bei manuellen Käufen und Verkäufen fällt üblicherweise eine Fremdkostenpauschale von 1 Euro je Transaktion an. Hinzu kommen mögliche Spreads, Produktkosten und Kosten Dritter. Bei sehr kleinen Orders wiegt der feste Euro besonders schwer; bei größeren Beträgen können Spread und Ausführungskurs wichtiger werden. Eine Market Order garantiert nicht den angezeigten Indikationspreis. Wenn Preisbegrenzung wichtig ist, solltest Du die Limit Order verstehen, bevor Du bestätigst.
Sparpläne passen besser zu einem festen Rhythmus. Die Ausführung unterstützter Aktien-, ETF- und Crypto-Sparpläne ist laut Hilfe kostenlos und Pläne können kostenfrei geändert oder gelöscht werden. Bereits gekaufte Anteile bleiben im Depot; beim späteren Verkauf fällt in der Regel wieder die Fremdkostenpauschale von 1 Euro an. „Sparplan kostenlos“ beantwortet deshalb nicht, ob das Instrument langfristig passt, das Cashkonto gedeckt ist oder der Ausführungstermin für Dich sinnvoll ist.
Die aktuelle Preisübersicht von Trade Republic ist der Startpunkt vor einer Order. Verbindlich sind zusätzlich die Kostenanzeige in der App, der Spread und die Produktunterlagen. Investments können im Wert steigen oder fallen; ein Verlust des eingesetzten Kapitals ist möglich. Dieser Plattformguide erklärt Funktionen und Kosten, gibt aber keine persönliche Anlageempfehlung.
Vor Kontoeröffnung und Umzug werden Einzahlungen, Steuern und Wiederzugang oft übersehen
Das Konto wird mit Deiner persönlichen Mobilnummer verknüpft. Für die Eröffnung werden unter anderem Name, Geburtsdaten, Adresse, Staatsangehörigkeit, Steueransässigkeit und ein SEPA-Konto für Auszahlungen erfasst. Deutsche Nutzer müssen außerdem ihre Steuer-ID hinterlegen. Mit aktiviertem Girokonto werden grundsätzlich Euro-SEPA-Einzahlungen angenommen. Ohne aktiviertes Girokonto gelten strengere Regeln für Absendername, Gemeinschaftskonto, Geschäftskonto und Nicht-SEPA-Zahlungen. Bevor das Gehalt dorthin geht, solltest Du eine kleine Ein- und Auszahlung sowie Karte, Lastschrift und Dauerauftrag testen.
Die Steuerfunktionen verdienen ebenfalls einen frühen Blick. In der App kannst Du Freistellungsauftrag, Verlustverrechnungstöpfe und Steuerübersicht verwalten; die Jahressteuerbescheinigung wird digital bereitgestellt. Viele deutsche Kapitalerträge werden automatisch berücksichtigt, Crypto und bestimmte besondere Einkünfte können trotzdem eigene Angaben erfordern. Bei mehreren Steuerwohnsitzen, ausländischen Einkünften oder komplexen Positionen reicht eine Standardeinstellung in der App nicht als persönliche Steuerberatung.
Zum Schluss Sicherheit und Support: Trade Republic fragt nach eigener Aussage niemals nach Deiner PIN oder einem SMS-Bestätigungscode. Offizielle E-Mails sollten von @traderepublic.com oder @news.traderepublic.com stammen. Die aktuellen App-Einträge werben mit Telefon und Live-Chat rund um die Uhr; das Angebot bleibt dennoch appbasiert und ohne Filiale. Prüfe vor größeren Überträgen Mobilnummer, legitimiertes Gerät, Kartensperre, Wiederzugang und Beschwerdeweg. Wer häufig komplexe Depotüberträge oder persönliche Beratung benötigt, sollte nicht allein anhand der Monatsgebühr entscheiden.
Für wen Trade Republic passt – und wer besser weitervergleicht
- Passend: für Nutzer in Deutschland, die Girokonto, Debitkarte, freies Cash und einen regelmäßigen Sparplan in einer App verwalten und Zins, Kosten sowie Verwahrung selbst prüfen möchten.
- Passend: für ruhige Sparplan-Nutzer, die keine umfangreichen Research-Werkzeuge, komplexen Berichte oder Filialberatung brauchen.
- Passend: wenn ohnehin mindestens 50 Euro monatlich in Sparpläne fließen und Saveback eine bestehende Gewohnheit ergänzt.
- Weniger passend: wenn der gesamte Notgroschen zwingend als eine einzige klassische Bankeinlage gehalten werden soll und Geldmarktfonds nicht akzeptabel sind.
- Weniger passend: für sehr aktiven manuellen Handel, hohe Ansprüche an Profi-Orderwerkzeuge und bankübergreifendes Reporting oder den Wunsch nach persönlicher Anlageberatung.
- Andere Bank oder Broker zuerst prüfen: bei Bedarf an Filiale, persönlichem Service, komplexer Depotübertragungsbegleitung oder einer strikten Trennung von Hauptkonto und Investments.
Meine Empfehlung: Vier kleine Tests vor dem größeren Umzug
Erstens aktivierst und prüfst Du Trade-Republic-IBAN, aktuellen Zinssatz und Cash-Verwahrung. Zweitens ergänzt Du Steuer-ID und Freistellungsauftrag und testest Ein- und Auszahlung sowie eine Lastschrift mit kleinem Betrag. Drittens bestellst Du nur die Kartenvariante, die Du wirklich brauchst, und prüfst die 100-Euro-Abhebegrenze sowie die 50-Euro-Sparplanbedingung für Saveback. Viertens richtest Du einen überschaubaren Sparplan ein oder machst eine kleine manuelle Order, um Fremdkostenpauschale, Spread und Bestätigungsansicht selbst zu sehen.
Danach kannst Du entscheiden, ob Trade Republic nur Zweitbroker, Cashkonto oder Dein alltägliches Girokonto sein soll. Auf der EuroSnip-Shopseite zu Trade Republic findest Du die zugehörigen Inhalte. Zinssatz, Kartenpreise, Instrumente, Kontofunktionen und Verwahrung können sich ändern; maßgeblich bleiben Deine App, die aktuelle Preisübersicht und die Vertragsunterlagen. Die Stärke von Trade Republic ist Einfachheit. Der wichtigste Schutz vor Fehlentscheidungen besteht darin, eine einfache Oberfläche nicht mit einfachen Regeln zu verwechseln.


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