Kurzfazit: Für die meisten kleinen deutschen Content-Seiten, Blogs, Coupon-Seiten und WordPress-Projekte ist Cloudflare der erste Check, weil DNS, CDN, Basis-DDoS-Schutz und SSL schon im Free-Plan zusammenkommen. bunny.net ist die stärkere Preis-Kontroll-Option, wenn Sie bewusst nach GB bezahlen und Bild-/Video-/Storage-Bausteine getrennt steuern wollen. Fastly ist interessant, wenn Sie sehr genaue Edge-Konfiguration, Logik am Rand und professionelles Traffic-Management brauchen. Amazon CloudFront passt vor allem dann, wenn Ihre Website ohnehin in AWS liegt oder Route 53, S3, WAF, CloudWatch und Edge-Compute zusammen geplant werden.
Preisstand: 21. Juni 2026. Entscheidend ist nicht nur die CDN-Gebühr. Rechnen Sie DNS, SSL, WAF, DDoS-Schutz, Bildoptimierung, Logzugriff, Cache-Regeln, Origin-Schutz, Entwickleraufwand und den Weg zurück zum Ursprung mit. Eine kleine Seite braucht oft keine Enterprise-CDN, aber sie braucht eine Lösung, die bei Trafficspitzen, Cache-Fehlern und DNS-Änderungen noch verständlich bleibt.
| Dienst | Stärkster Startpunkt | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| Cloudflare | kleine bis mittlere Websites mit DNS, SSL, CDN und Schutz aus einer Hand | Pro kostet 20 USD jährlich bzw. 25 USD monatlich; Business 200 bzw. 250 USD pro Monat je Domain, Add-ons separat |
| bunny.net | kostenbewusste CDN-Nutzung mit klarer GB-Rechnung | Standard-CDN in Europa/Nordamerika 0,01 USD/GB, 1 USD Mindestbetrag; DNS hat eigene Query-Preise |
| Fastly | trafficstarke Inhalte, fein steuerbare Edge-Logik und professionelle Logs | 100 GB Bandbreite frei, danach Europa in der ersten Stufe 0,12 USD/GB plus Request- und Zusatzfunktionen |
| CloudFront | AWS-nahe Websites mit S3, Route 53, WAF, Logs und Edge-Compute | Flat-Rate-Pläne starten bei 0, 15, 200 und 1.000 USD pro Distribution; separat genutztes Route 53 wird nach Zonen und Queries berechnet |
Die richtige Frage: DNS, Schutz und Cache zusammen oder einzeln?
Bei CDN-Vergleichen wird oft nur gefragt, welches Netzwerk schneller ist. Für eine deutsche Content-Seite ist die praktischere Frage: Wer hält Ihre Domain, wer stellt TLS bereit, wer filtert einfache Angriffe, wer reduziert Origin-Traffic, wer zeigt Logs, und wer lässt sich im Fehlerfall schnell zurückbauen? Wenn all das an verschiedenen Stellen liegt, kann eine scheinbar billige Lösung im Alltag mehr Zeit kosten als eine integrierte.
Für eine kleine Website mit europäischen Besuchern reicht oft eine saubere Kombination aus globalem DNS, Cache-Regeln, SSL und DDoS-Grundschutz. Komplexer wird es, sobald Sie mehrere Origins, Bildoptimierung, Video, Echtzeit-Logs, Bot-Regeln, WAF-Ausnahmen, API-Caching oder AWS-interne private Origins brauchen. Dann wird die Entscheidung weniger eine Preisfrage und mehr eine Betriebsfrage.
Cloudflare: beste erste Station, wenn Schutz und DNS wichtiger sind als GB-Rechnung
Cloudflare ist der naheliegende Startpunkt, wenn eine deutsche Website schnell DNS, SSL, CDN und DDoS-Grundschutz bekommen soll. Die Free-Plan-Seite stellt den Einstieg als Basis für Schutz und Beschleunigung dar; die Preisseite zeigt Free, Pro, Business und Contract. Pro liegt bei 20 USD pro Monat bei jährlicher Zahlung oder 25 USD monatlich, Business bei 200 USD jährlich beziehungsweise 250 USD monatlich. DNS, CDN, Universal SSL und DDoS-Schutz sind Kernfunktionen; viele stärkere Funktionen sitzen in bezahlten Plänen oder Add-ons.
Cloudflare passt besonders gut, wenn Sie WordPress, einen Content-Blog, eine Coupon-Seite oder ein kleines SaaS-Marketingprojekt absichern wollen und nicht jeden GB CDN-Traffic einzeln kalkulieren möchten. Der Haken: Die einfache Startlogik kann trügen, wenn später mehrere Domains, Business-SLA, erweiterte Zertifikate, Argo, Load Balancing, Logprodukte oder strenge WAF-Regeln gebraucht werden. Für kleine Projekte ist Cloudflare häufig der beste Start. Für professionelle Setups sollte man vorher je Domain und Zusatzprodukt rechnen.
bunny.net: transparent bei Traffic, stark für Medien, aber mehr Einzelbausteine
bunny.net ist attraktiv, wenn Sie die CDN-Kosten klar nach Nutzung steuern wollen. Die Pricing-Seite nennt für das Standardnetz 119 PoPs, 0,01 USD pro GB in Europa und Nordamerika, 0,03 USD in Asien/Ozeanien, 0,045 USD in Südamerika und 0,06 USD im Nahen Osten/Afrika; außerdem gilt ein monatlicher Mindestbetrag von 1 USD. Für kleine bis mittlere Content-Seiten, Bildauslieferung oder statische Assets ist diese Rechnung sehr gut verständlich.
DNS ist bei bunny.net ein eigener Baustein. Die DNS-Preisseite nennt die ersten 20 Millionen Standard-Queries kostenlos, danach 0,1 USD pro Million; Smart Queries sind bis 1 Million kostenlos und danach 0,3 USD pro Million. Zusätzlich wirbt Bunny DNS mit Anycast, Monitoring, Smart Records, Custom Nameservern und CDN-Integration. Das ist stark, wenn Sie bewusst DNS- und CDN-Bausteine zusammensetzen wollen. Wer aber nur eine Domain ohne viel Betriebsaufwand schützen möchte, findet Cloudflare oft schneller eingerichtet.
Fastly: leistungsfähiges Edge-Werkzeug, nicht der billigste Standard-Cache
Fastly ist eher eine professionelle Edge-Plattform als ein reiner Einsteiger-CDN. Die Preisseite nennt einen Free Tier und nutzungsbasierte Preise. Für Full Site Delivery sind 100 GB Bandbreite und 1 Million Requests frei; danach liegt Europa in der Stufe 100 GB bis 10 TB bei 0,12 USD pro GB, Requests kosten ab 1 Million 0,01 USD pro 10.000 Requests. Managed TLS über eine Non-Profit-CA oder eigene Zertifikate ist für fünf Domains frei, zusätzliche Domains kosten 20 USD pro Monat; kommerzielle CA-Zertifikate und Mutual TLS sind deutlich teurer.
Fastly lohnt sich, wenn Sie viele Cache-Regeln, Edge-Logik, präzise Purges, API-Traffic, Medienauslieferung, Streaming oder sehr gute Beobachtbarkeit brauchen. Für einen kleinen Blog ist das oft zu viel Werkzeug. Für Publisher, Shops oder Plattformen mit hohen Trafficspitzen kann Fastly dagegen genau deshalb sinnvoll sein: Sie zahlen nicht nur für GB, sondern für Kontrolle über das Verhalten am Rand des Netzwerks.
CloudFront: sinnvoll, wenn die Seite ohnehin im AWS-Kosmos liegt
Amazon CloudFront hat 2026 neben klassischer nutzungsbasierter AWS-Logik auch Flat-Rate-CDN-Pläne hervorgehoben. Die CloudFront-Preisseite nennt Free für 0 USD, Pro für 15 USD, Business für 200 USD und Premium für 1.000 USD pro Monat und Distribution. Diese Pläne bündeln CloudFront CDN, WAF und DDoS-Schutz, Bot-Management, Route 53 DNS, CloudWatch-Logs, TLS-Zertifikat, serverloses Edge-Compute und S3-Storage-Credits. Die genannten Transferkontingente reichen von 100 GB im Free-Plan bis 50 TB in Pro/Business/Premium.
CloudFront ist am stärksten, wenn Ihr Ursprung in AWS liegt: S3, ALB, API Gateway, Lambda, Route 53 und CloudWatch lassen sich sauber verbinden. Wer Route 53 separat nutzt, sollte die DNS-Rechnung nicht vergessen: AWS dokumentiert, dass Route 53 nach gehosteten Zonen und beantworteten DNS-Queries berechnet wird. Für eine einfache externe WordPress-Seite ist CloudFront oft schwerer zu erklären als Cloudflare oder bunny.net. Für AWS-nahe Projekte kann es aber den Betrieb vereinfachen, weil CDN, DNS, WAF, Logs und Ursprung in einer Konsole liegen.
| Szenario | Zuerst prüfen | Warum |
|---|---|---|
| Kleine deutsche Content- oder Coupon-Seite | Cloudflare | DNS, SSL, CDN und DDoS-Grundschutz schnell zusammen, wenig Startaufwand |
| Viele Bilder oder statische Assets mit klarer Kostenkontrolle | bunny.net | günstige europäische GB-Preise und getrennt kalkulierbare DNS/CDN-Bausteine |
| Publisher, Shop oder Plattform mit komplexen Cache-Regeln | Fastly | präzise Edge-Kontrolle, Logs, Purge-Logik und Profi-Funktionen |
| Website oder App liegt bereits in AWS | CloudFront | S3, Route 53, WAF, CloudWatch und Edge-Compute passen in denselben Betriebsrahmen |
Was deutsche Website-Betreiber vor dem Wechsel prüfen sollten
Erstens: Wer kontrolliert die Nameserver? Ein CDN-Wechsel ist leicht rückgängig zu machen, ein schlecht geplanter DNS-Wechsel kann Mail, Verifizierung, Subdomains und Tracking brechen. Exportieren Sie vorher alle DNS-Records und prüfen Sie MX, SPF, DKIM, DMARC, CAA, TXT-Verifizierungen und Weiterleitungen.
Zweitens: Was darf gecacht werden? HTML, API-Antworten, Warenkorb, Login, Sprachversionen, Suchseiten und Affiliate-Weiterleitungen brauchen andere Regeln als Bilder, CSS und JavaScript. Für EuroSnip-ähnliche Content-Seiten ist ein aggressiver Asset-Cache nützlich; dynamische Detailseiten, Tracking-Parameter und eingeloggte Bereiche sollten bewusst behandelt werden.
Drittens: Wie sieht der Notfallplan aus? Halten Sie fest, wie Sie den Proxy deaktivieren, Cache leeren, Origin direkt testen, TLS erneuern, DNS zurückstellen und Logs auswerten. Eine CDN-Lösung ist nur dann günstig, wenn Sie bei Fehlern nicht stundenlang raten müssen.
Offizielle Startpunkte
Preise und Funktionsgrenzen sollten Sie direkt auf den Anbieterseiten nachlesen: Cloudflare Plans / Cloudflare Free Plan / bunny.net CDN Pricing / bunny.net DNS Pricing / Fastly Pricing / Amazon CloudFront Pricing / Route 53 Pricing.
Redaktionsempfehlung
Wenn Sie heute eine normale deutsche Content-Seite beschleunigen und schützen wollen, starten Sie mit Cloudflare und prüfen nur die Funktionen, die Sie wirklich brauchen. Wenn der Origin bereits stabil ist und die Hauptfrage Traffic-Kosten sind, rechnen Sie bunny.net dagegen. Fastly gehört auf die Shortlist, wenn Edge-Regeln, Logs und hohe Trafficspitzen wichtiger sind als der niedrigste Einstiegspreis. CloudFront wählen Sie nicht als allgemeine Cloudflare-Alternative, sondern wenn AWS bereits Ihr Betriebsrahmen ist.



