Kurzfazit: Für kleine Websites, Bots, interne Tools und einfache Apps in Deutschland ist ein VPS dann sinnvoll, wenn Sie Updates, Firewall, Backups und Monitoring selbst im Griff haben. Hetzner ist die naheliegende Entwicklerwahl, wenn Sie eine moderne Cloud-Konsole, stundenbasierte Abrechnung und deutsche Rechenzentren wollen. IONOS passt, wenn Sie lieber einen klassischen deutschen VPS mit einfachen Paketgrößen, Inklusiv-Traffic und optionaler Hilfe kaufen. Contabo ist interessant, wenn RAM und Speicher pro Euro wichtiger sind als maximale Planbarkeit. netcup ist stark, wenn Sie viel NVMe-Speicher, Snapshots und flexible VPS- oder Root-Server-Optionen möchten.
Stand: 21. Juni 2026. VPS-Preise ändern sich gerade sichtbar, besonders bei Hetzner nach der Cloud-Preisanpassung vom 15. Juni 2026. Rechnen Sie deshalb nicht nur den Monatsbetrag, sondern auch IPv4, Snapshot, Backup, Laufzeit, Mindestvertragsdauer, Traffic-Regeln und den Aufwand für spätere Migration ein. Für produktive gesch?ftliche Projekte ist der günstigste Server oft nicht der günstigste Betrieb.
| Anbieter | Sinnvoll für | Vor Bestellung prüfen |
|---|---|---|
| Hetzner Cloud | Entwickler, kleine Apps, Self-Hosting, EU-nahe Infrastruktur | CX23 nach neuer Preisliste 6,53 EUR/Monat ohne IPv4; IPv4, Backup und Snapshot separat kalkulieren |
| IONOS VPS | klassischer deutscher VPS, einfache Linux-Projekte, Nutzer mit Support-Bedarf | S+ aktuell 1 EUR/Monat für 3 Monate, danach 4 EUR; 10 EUR Einrichtung und langfristige Paketgröße beachten |
| Contabo Cloud VPS | viel RAM/Speicher für Dev, Test, Staging oder speicherlastige Nebenprojekte | VPS-10-Einstieg mit 4 vCPU, 8 GB RAM und 75 GB NVMe; termingebundene Anzeige und Checkoutpreis abgleichen |
| netcup VPS | preisbewusste Projekte mit viel NVMe, Snapshots und Standortwahl | VPS 500 G12 ab 5,91 EUR/Monat inkl. MwSt.; VPS statt Root Server bewusst wählen |
Erst den Einsatzzweck klären
Ein VPS ist keine bequemere Webhosting-Variante, sondern ein kleiner Server. Sie bekommen Root- oder Administrator-Zugriff, müssen aber Betriebssystem-Updates, Sicherheitsregeln, Dienste, Backups und Wiederherstellung selbst planen. Für eine normale WordPress-Visitenkarte ist Managed Hosting oft ruhiger. Für Docker, kleine APIs, n8n, Uptime-Monitoring, eigene Datenbanken, VPN, Testumgebungen oder mehrere kleine Dienste kann ein VPS dagegen viel flexibler sein.
Die wichtigste Frage lautet: Ist Ihr Projekt CPU-lastig, RAM-lastig, speicherlastig oder vor allem auf niedrige Latenz angewiesen? Für einen Reverse Proxy oder ein kleines Monitoring zählt Standort und Netz mehr als Rohleistung. Für Datenbanken zählen RAM, Disk-I/O und Backup. Für ein öffentliches gesch?ftliches Projekt zählt Wiederherstellung und Support mehr als ein besonders großes RAM-Versprechen.
Hetzner: moderne Cloud, aber neue Preise genau lesen
Hetzner Cloud bietet Serverstandorte in Deutschland, Finnland, den USA und Singapur und richtet sich stark an Entwickler, Teams und Self-Hoster. Die deutsche Preisanpassungsseite nennt für Deutschland/Finnland seit 15. Juni 2026 neue Cloudpreise: CX23 liegt bei 6,53 EUR pro Monat ohne IPv4, CX33 bei 10,10 EUR, CAX11 bei 7,13 EUR und CPX22 bei 23,19 EUR. Hetzner weist zugleich auf stundenbasierte Abrechnung und großzügigen inkludierten Traffic hin; zusätzliche Datenübertragung ist im Vergleich zu Hyperscalern ein eigenes Kaufargument.
Hetzner ist gut, wenn Sie eine saubere Cloud-Konsole, API, SSH-Keys, Firewall, Load Balancer, Block Storage und klare EU-Standorte brauchen. Es ist weniger ideal, wenn Sie möglichst viel RAM und SSD für den allerkleinsten Monatsbetrag suchen oder wenn Sie ohne Serverroutine erwarten, dass der Anbieter Ihr System betreut. Bei Hetzner sollten Sie vor dem Klick immer IPv4-Kosten, Backup-Prozent, Snapshot-Kosten und die Frage notieren, ob eine ARM-Instanz wie CAX für Ihre Software überhaupt passt.
IONOS: einfacher deutscher VPS mit Paketlogik
IONOS zeigt auf der deutschen VPS-Seite vollständige Virtualisierung, unbegrenzten Traffic bis zu 1 Gbit/s und eine 30-tägige Testmöglichkeit. Die aktuelle Plus-Reihe beginnt sichtbar mit VPS S+ für 1 EUR pro Monat in den ersten 3 Monaten, danach 4 EUR; enthalten sind 2 vCores, 2 GB RAM und 90 GB NVMe, dazu 10 EUR Einrichtung. VPS M+ zeigt 4 vCores, 4 GB RAM und 120 GB NVMe, aktuell 3 EUR statt später 9 EUR. IONOS nennt außerdem inklusive IPv4, IPv6-/80-Netz, DNS-Management, Mailpostfächer sowie Firewall- und Image-Funktionen.
Das ist für Einsteiger greifbarer als eine reine Cloud-Preisliste. IONOS eignet sich, wenn Sie Linux-VPS, deutsche Abrechnung, einfache Tarifstufen und einen Anbieter mit breitem Support-Ökosystem suchen. Weniger passend ist es, wenn Sie viele kurzlebige Instanzen, sehr feine API-Workflows oder eine Entwicklerkonsole wie bei Hetzner erwarten. Rechnen Sie den Standardpreis nach den ersten drei Monaten, die Einrichtungskosten und den Backup-Bedarf zusammen.
Contabo: viel Ausstattung pro Euro, aber nicht für jede Produktion
Contabo positioniert seine Cloud VPS als preisaggressive Server mit AMD-CPUs, viel RAM, NVMe oder SSD und unbegrenztem Traffic nach Fair-Use-Regeln. Die offizielle Preisübersicht nennt Cloud VPS 10 mit 4 vCPU, 8 GB RAM, 75 GB NVMe oder 150 GB SSD, 200 Mbit/s Port, unbegrenztem Traffic und 5,24 EUR pro Monat inklusive 19% MwSt.; die VPS-Seite zeigt zugleich termingebundene Aktionsanzeigen. Diese Kombination macht Contabo attraktiv für Testsysteme, speicherlastige Nebenprojekte und Budget-Self-Hosting.
Der Haken ist Planbarkeit. Bei sehr günstigen, ressourcenstarken VPS-Angeboten sollten Sie nicht nur CPU, RAM und SSD zählen, sondern Lastspitzen, Nachbarschaftseffekte, Backup-Optionen, Snapshot-Anzahl, Portgeschwindigkeit und Support-Erwartung prüfen. Für eine Testumgebung oder einen privaten Dienst kann Contabo sehr viel Gegenwert liefern. Für eine umsatzkritische Website würde ich erst mit Monitoring, externem Backup und einem Exit-Plan starten.
netcup: viel NVMe und flexible Serverfamilien
netcup bewirbt VPS mit stundenbasierter Abrechnung, wählbarer Laufzeit, DDoS-Schutz, vorkonfigurierten Images, Remote-Konsole, API und zusätzlichem Storage. Der sichtbare VPS 500 G12 bietet 2 vCore x86, 4 GB DDR5 ECC RAM, 128 GB NVMe, inklusive Traffic, Copy-on-Write-Snapshots und Remote-Konsole ab 5,91 EUR pro Monat inklusive 19% MwSt. VPS 1000 G12 steigt auf 4 vCore, 8 GB RAM und 256 GB NVMe ab 10,36 EUR.
netcup ist stark, wenn Sie in Deutschland oder Europa viel Speicher und faire Hardwaredaten suchen. Wichtig ist aber die Produktgrenze: VPS sind günstiger und flexibel, Root Server bieten andere Leistungszusagen. netcup weist selbst darauf hin, dass bei VPS im Unterschied zu Root Servern dedizierte CPU-Kerne, Zufriedenheitsgarantie und eine sehr hohe garantierte Mindestverfügbarkeit nicht enthalten sind. Für produktive Dienste sollten Sie deshalb bewusst entscheiden, ob VPS reicht oder ein Root Server die bessere Wahl ist.
| Szenario | Naheliegende Wahl | Warum |
|---|---|---|
| Kleine App, API, Docker, Self-Hosting | Hetzner Cloud oder netcup | gute Entwicklerwerkzeuge, klare Standorte, flexible Ressourcen |
| Einfacher Linux-VPS mit deutscher Anbieterlogik | IONOS VPS | Paketgrößen, IPv4/IPv6, DNS und Support sind leichter einzuordnen |
| RAM- oder speicherlastige Testumgebung | Contabo oder netcup | mehr RAM/Speicher pro Euro, aber Monitoring und Backup einplanen |
| gesch?ftliches Projekt mit hoher Verfügbarkeit | stärkeres Hetzner/netcup-Setup oder Managed/Root-Server prüfen | Backup, Restore, SLA und Betrieb zählen mehr als Minimalpreis |
Backup und IPv4 sind keine Nebensachen
Viele VPS-Vergleiche wirken günstig, weil sie nur CPU, RAM und SSD zeigen. In der Praxis zahlen Sie mit Ausfallzeit, wenn Backups fehlen. Prüfen Sie mindestens: Gibt es automatische Backups? Sind sie im Preis enthalten oder prozentual vom Serverpreis berechnet? Wie lange werden Snapshots behalten? Können Sie eine einzelne Datei oder nur die ganze Maschine wiederherstellen? Liegen Backups in einem anderen Rechenzentrum? Außerdem ist IPv4 inzwischen ein echter Kostenpunkt. Wenn ein Anbieter Preise ohne IPv4 zeigt, muss diese Zeile in Ihre Rechnung.
Für ein privates Projekt reicht oft ein einfacher Snapshot plus externes Backup. Für ein gesch?ftliches Projekt sollte das Backup außerhalb des Anbieters liegen, damit ein Account-, Rechnungs- oder Plattformproblem nicht auch Ihre Wiederherstellung blockiert. Wer diese Routine nicht aufbauen will, ist mit Managed Hosting, Managed VPS oder einem kleineren PaaS-Angebot oft besser bedient.
Offizielle Einstiegsseiten
Aktuelle Preise und Tarifdetails direkt prüfen: Hetzner Cloud / Hetzner Preisanpassung / IONOS VPS / Contabo VPS / netcup VPS.
Redaktionsempfehlung
Wenn Sie heute in Deutschland einen ersten VPS bestellen, würde ich so vorgehen: Für Entwicklerprojekte zuerst Hetzner testen, für einfache deutsche VPS-Pakete IONOS gegenrechnen, für viel RAM/Speicher Contabo nur mit externem Backup und Monitoring nutzen, und netcup besonders dann prüfen, wenn NVMe-Speicher, Snapshots und ein späterer Wechsel auf stärkere Serverfamilien wichtig sind. Kaufen Sie nicht den größten Zahlenblock, sondern den Anbieter, bei dem Sie Updates, Backup, Restore und Migration im Alltag wirklich beherrschen.



